Sport : Ligapokal: Juwel noch nicht präsentiert

Borussia Dortmunds kostbare Schätze glänzten nur selten. Die Mannschaft des nach eigenen Angaben reichsten Vereins der Fußballbundesliga kam im Auftaktspiel um den Ligapokal am Mittwochabend gegen die monetären Minimalisten des SC Freiburg fast ins Straucheln und setzte sich im badischen Hoffenheim nach dem 1:1 in der regulären Spielzeit erst im Elfmeterschießen mit 3:1 durch. "Nur teure Spieler holen, bringt es nicht", konstatierte Borussia Dortmunds Trainer Matthias Sammer.

Sein Juwel, der für 50 Millionen Mark vom AC Parma nach Dortmund gekommene Brasilianer Marcio Amoroso, präsentierte der BVB-Coach den 6500 Zuschauern noch nicht. "Er ist erst eine Woche bei uns", sagte Sammer als Begründung für seine Entscheidung. Dass der teuerste Einkauf in der 38-jährigen Geschichte der Fußballbundesliga im Halbfinalspiel am Dienstag in Lüdenscheid gegen den Erzrivalen FC Schalke 04 mit seinem Können brillieren könnte, schloss Sammer aus. "Ich denke, das wäre falsch."

Dagegen hinterließ Zwei-Zentner-Mann Jan Koller nicht nur auf dem Rasen bereits Spuren. Der 2,02 m große Koller kam für 21 Millionen Mark vom RSC Anderlecht und beeindruckte nicht nur ob seiner imposanten Erscheinung, sondern vor allem durch seine filigrane Ballbehandlung sowie ausgezeichnetes Spielverständnis. "Er ist dabei, sich eine sehr gute Form anzueignen. Jan muss allerdings noch spritziger werden", meinte Trainer Sammer 17 Tage vor dem Bundesligastart gegen den 1. FC Nürnberg.

Der 28-jährige Koller lebt mit Schuhgröße 50 buchstäblich auf großem Fuß. Die Tore, die der Stürmer gegen den Sportclub zweimal in aussichtsreicher Position nicht erzielen konnte, will er sich für die Meisterschaft aufbewahren. "Wenn die Vorlagen weiter kommen, werde ich meine Treffer machen", kündigte der 26-malige tschechische Nationalspieler an.

Vorlagengeber auf dem Feld und außerhalb ist sein Landsmann und mit 25 Millionen Mark zweitteuerste Bundesliga-Transfer aller Zeiten, Tomas Rosicky. Der 20 Jahre alte Spielmacher fungiert derzeit noch als Dolmetscher für den flämisch und tschechisch sprechenden Koller. Probleme bei der Integration des Hünen sieht der schmächtige Rosicky nicht. "Er war auch schon allein in anderen Ländern. Jan wird das schon packen."

Champions-League-Qualifikant Dortmund investierte allein in diesem Jahr insgesamt über hundert Millionen Mark, um zum sechsten Mal die Meisterschaft zu gewinnen. Dagegen erwies sich der Uefa-Cup- Teilnehmer aus dem beschaulichen Breisgau wesentlich moderater. Keinen Pfennig gab der SC Freiburg für neue Akteure aus. Ablösefrei wechselte Fabian Gerber von Aufsteiger FC St. Pauli an die Dreisam. Um so überraschender, dass es zwischen den beiden ungleichen Vereinen nach 90 Minuten unentschieden stand. "Freiburg hat halt Spieler mit einem sehr hohen Marktwert", stellte Matthias Sammer klar.

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