Ligapokal : Schalke stürmt ins Finale

Zum vierten Mal hat sich der FC Schalke 04 in das Finale des Ligapokals gespielt. Kevin Kuranyi gab die Rolle des smarten Vorbereiters. Der 1. FC Nürnberg schien chancenlos.

Klaus Bergmann[dpa]
Kevin Kuranyi
Kevin Kuranyi lässt sich nicht aufhalten. -Foto: ddp

NürnbergSchalke 04 hat dem Pokalsieger 1. FC Nürnberg die Premiere im Fußball-Ligapokal gründlich verdorben und ist souverän in das Finale am Samstag in Leipzig eingezogen. Der Vizemeister siegte am Dienstagabend vor 25.200 Zuschauern in Nürnberg angeführt von einem bärenstarken Kevin Kuranyi 4:2 (3:1). Der Nationalstürmer glänzte ausnahmsweise als Helfer und bereitete die ersten drei Treffer von Levan Kobiashvili (38.), Fabian Ernst (43.) und Peter Lövenkrands (45.) in der starken Schlussphase der ersten Halbzeit vor. Neuzugang Heiko Westermann (59.) erhöhte sogar auf 4:1, ehe Robert Vittek, der den Club (20.) in Führung gebracht hatte, mit seinem zweiten Treffer (73.) noch auf 2:4 verkürzte.

Den zweiten Finalteilnehmer ermitteln an diesem Mittwoch Meister VfB Stuttgart und der deutsche Rekordmeister FC Bayern München. Schalke steht zum vierten Mal im Ligapokal-Finale und hat als Endspielteilnehmer bereits eine Million Euro sicher. Dem Ligapokalsieger winken zwei Millionen. Der Club trat mit den Neuen Lars Jacobsen, Zvjezdan Misimovic und Angelos Charisteas an. Schalke, 2005 Ligapokal-Gewinner, verzichtete zunächst auf Kapitän Marcelo Bordon und Halil Altintop, bot dafür die Zugänge Westermann und Ivan Rakitic auf. Fehlpässe und Ballverluste auf beiden Seiten bestimmten die Anfangsphase. Die Nürnberger stellten dabei mit schnellen Angriffen über die Außen aber die gefährlichere Mannschaft.

Die Führung nach 20 Minuten durch Vittek war denn auch verdient. Der frühere Bochumer Misimovic gab nicht nur die Vorlage zum 1:0, der Neuling setzte als Spielmacher beim Club auch bis zur seiner Auswechslung (52.) mehrmals Akzente. Die Nürnberger fühlten sich nach der Führung offensichtlich zu sicher. Die Schalker, die bis dahin auch mit drei Spitzen kaum für Gefahr sorgten, wendeten mit einem Dreifach-Schlag das Blatt. Begünstigt allerdings durch große Abwehrmängel der Nürnberger. Schalkes Torjäger Kuranyi, beim schwachem 1:0 gegen den Karlsruher SC noch gesperrt, zeichnete sich dabei als glänzender Vorbereiter aus. Neuzugang Rakitic kam im Laufe der Partie immer besser zur Geltung und trat auch als Tor-Vorbereiter in Erscheinung. Nürnbergs Präsident Michael A. Roth übte sich in Gelassenheit. "Der Trainer sucht noch nach der besten Formation. Wir haben viele Neue dazu bekommen. Er probiert noch ein bisschen aus", sagte er zur Halbzeit.

Coach Hans Meyer versuchte nach dem Wiederanpfiff mit der Einwechslung von Marek Mintal für Misimovic noch die Wende. Mit dem 4:1 durch Westermann nach Vorlage von Rakitic war das Spiel aber gelaufen. Vittek konnte mit seinem zweiten Tor nur noch Ergebniskosmetik leisten. Schalkes Manager Andreas Müller bestätigte am Rande des Spiels das intensive Bemühen um Ghanas Nationalspieler Stephen Appiah. "Er will unbedingt zu uns", sage Müller, "das sind gute Nachrichten." Nur bei der Ablöse sehe er noch Probleme.

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