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Ligaversammlung : Profiklubs verabschieden Sicherheitskonzept im Fußball

Die 36 Profiklubs Deutschlands haben ein neues Sicherheitskonzept im deutschen Fußball mehrheitlich verabschiedet. Nicht dafür stimmten der 1. FC Union und der FC St. Pauli.

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Vor dem DFB-Pokal-Spiel Hannover 96 gegen Dynamo Dresden waren zahlreiche Anhänger der Sachsen über Zäune ins Stadion geklettert, vor und nach der Partie kam es zu Ausschreitungen und Verhaftungen.Alle Bilder anzeigen
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31.10.2012 23:47Vor dem DFB-Pokal-Spiel Hannover 96 gegen Dynamo Dresden waren zahlreiche Anhänger der Sachsen über Zäune ins Stadion geklettert,...

Reinhard Rauball gab sich alle Mühe, um nicht wie ein Getriebener zu wirken. „Wir haben das heute nicht für die Innenminister, die Politik und die Polizei gemacht“, sagte der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und fügte hinzu: „Das ist heute kein Beschluss gegen die Fans, sondern für die Zukunft des Fußballs.“ Damit hatte Rauball gleich alle Parteien genannt, die die DFL zuletzt gehörig unter Druck gesetzt hatten. Seit seiner Mitgliederversammlung am gestrigen Mittwoch hofft der Ligaverband nun, sich in der Diskussion um die Sicherheit in den Stadien wieder Luft verschafft zu haben. Die 36 Klubs der Ersten und Zweiten Liga stimmten in Frankfurt am Main für ein neues Sicherheitskonzept und nahmen alle 16 Anträge des DFL-Vorstands an.

„Wir haben sehr intensiv diskutiert“, fasste Rauball die vierstündige Sitzung zusammen. Die Anträge seien dann aber mit großer Mehrheit verabschiedet worden, „mehr als 90 Prozent der Vereine“ hätten die Änderungen abgesegnet. „Ich glaube, dass der professionelle Fußball als Gewinner aus der heutigen Veranstaltung hervorgegangen ist“, sagte Rauball. „Wir können den Fans versichern, dass die heutigen Beschlüsse die Fankultur in Deutschland nicht gefährden werden. Im Gegenteil.“

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der in der Diskussion zuletzt nicht in Erscheinung getreten war, begrüßte die Entscheidung der Vereine. Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, erklärte: „Es wäre dringend notwendig, dass die Innenminister dem Fußball jetzt Zeit und Raum zum Handeln geben, um auf die Bedürfnisse und Angebote der Fans einzugehen.“

Die Innenministerkonferenz (IMK) hatte den deutschen Fußball zuletzt immer wieder vehement zum Handeln gegen Randalierer und Gewalttäter aufgefordert und damit gedroht, die Kosten für Polizeieinsätze auf die Vereine abzuwälzen. „Der Politik möchte ich zurufen: Die Drohungen der vergangenen Wochen müssen ein für alle Mal aufhören“, sagte Rauball. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger wertete die Beschlüsse der DFL kurz nach der Versammlung als „Schritt in die richtige Richtung“, jetzt gehe es darum, die Maßnahmen auch umzusetzen. Auch Jägers niedersächsischer Amtskollege Uwe Schünemann sprach von einem „deutlichen Signal für mehr Sicherheit“.

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