• Live aus dem Stadion: Marcel Reif: Für Schalke und Bremen geht es nur um Platz zwei

Live aus dem Stadion : Marcel Reif: Für Schalke und Bremen geht es nur um Platz zwei

Marcel Reif kommentiert für den Tagesspiegel die Bundesliga.

Marcel Reif
Marcel Reif
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Gut, wissen wir das also jetzt auch: Der FC Bayern München, der FC Guru Klinsmann, ist nicht einmal in der Lage zu Hause gegen den HSV zu gewinnen, der FC Bayern München wird chancenlos sein in dieser Saison, wahrscheinlich wird er dem Abstieg geweiht sein. Vielleicht kommt es aber auch anders und trotz des holprigen Auftakts gegen die Hamburger, trotz eines Sturmes, in dem der freudlose Klose nur noch Mitleid verdient, der Realität nahe: Dann nämlich wird der FC Bayern wieder Meister, sehr souverän, weil er enorm viel Potenzial hat, weil auch seine zweite Reihe gut genug ist für der Rest der Liga, und weil ja auch irgendwann die acht noch fehlenden Erstklässler in den Kader zurückkehren, darunter die komplette Achse Demichelis, Ribery, Toni.

Der FC Bayern ist das Maß aller fußballerischen Dinge in Deutschland, und er wird nicht aus dem Blickwinkel der Bundesliga zu betrachten sein. Man hat den Guru nicht geholt, um Deutscher Meister zu werden, der Guru mitsamt seinen Buddhas und all seinen Nebengurus soll die Champions League gewinnen. Und das ist der einzige Parameter, dem ich so etwas wie Störpotenzial zutraue: nämlich, dass die Bayern angesichts ihres großen Ziel den Spaß verlieren an den nervigen Mühen des Alltags.

Das könnte schon am nächsten Wochenende der Fall sein, wenn sie in die Klopp-Hopp-Euphorie der Borussia aus Dortmund geraten. Dann dürften die Buddhas und all die anderen noch als mindestens merkwürdig empfundenen Lehrmethoden des Jürgen Klinsmann erstmals zur Wiedervorlage auf die Schreibtische der Redaktionstuben kommen. Am Gang der Dinge – ich denke, das ist keine allzu mutige Prophetie – wird auch das nichts ändern.

Es geht um Platz zwei, für Schalke, Werder, die üblichen Verdächtigen. Und daran sei doch auch einmal erinnert, was dieser Platz zwei wert ist: 20 Millionen Euro. Darum geht es, um einen üppigen Fleischtopf. Der Ruhm des Meisters, der dürfte schon vergeben sein.

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