Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Sei mal dahingestellt, wer in Hamburg zur Zeit der Böse ist: Der Vorstand des HSV, der augenscheinlich neue Wege im Trainerwesen gehen will und Klaus Toppmöller als untergeordneten Angestellten betrachtet, dem man das Personal eben nicht nach dessen Gusto zuführt. Oder doch Toppmöller selber, der laut lamentiert und lamentiert und lamentiert und mit seinem Herzblut für den HSV kokettiert und über und mit dem 1. FC Kaiserslautern schwadroniert. Auf jeden Fall nervt es, was aus Hamburg zu hören ist, wie es immer nervt, wenn mehr geredet, als gut Fußball gespielt wird. Wenn sich die beiden Parteien allerdings vorgenommen haben, den Spielern einzubläuen, dass der Fußball nicht so wichtig ist, dann haben sie ganze Arbeit geleistet. Die spielten nämlich so gegen den VfB Stuttgart: lange Zeit keine Lust, selten eine Idee, nie einen Plan, folglich auch keine Punkte.

Nur in einer Sache waren sie effizient: in der, dem Gegner ihren Willen aufzuzwingen. Zunehmend schliefen nämlich auch die Mannen des VfB ein. Warum? Selbstgenügsamkeit, Angst vor der eigenen Courage, keine Ahnung, auf jeden Fall ein Betätigungsfeld für den Trainer. Die Hoffnung indes ist berechtigt, dass deren Trainer Matthias Sammer ob der müden Vorstellung nun eben nicht zur Toppmöllerschen Weinerlichkeit greift. Sammer, in Dortmunder Zeiten auch stets als Knatschkopf bekannt, scheint hier, auf dem aus eigenen Spielerzeiten bekannten Geläuf, seine Trainerlehre abschließen zu wollen. Fußballfernes Gerede und Spiegelfechtereien sind aus seiner Richtung nicht zu vernehmen. Eher wird meistens – gestern nicht – ansprechender Fußball gespielt. Ob da ein Zusammenhang besteht? Der lautsprecherische HSV und sein lautsprecherischer Trainer könnten darüber nachdenken.

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