Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Von Torsten Frings, dem früheren Dortmunder und jetzigem Bayern, sind Sätze auch aus den jüngsten Tagen überliefert, die ihn etwas weniger als Diplomaten, denn als, nun ja, puren Instinktfußballer ausweisen. Die Pfiffe, die ihn gestern begleiteten beim Besuch im Westfalenstadion kann man auf jeden Fall als folgerichtig bezeichnen. Man kann nun vielleicht sagen, dass einem jungen Mann, der auf den Straßen von München-Grünwald einen Hummer fährt, jenes Mond-, Mars- und Bagdad-taugliche mobile Donnergrollen, eh nicht zu helfen ist. Aber das ist möglicherweise nur ein Teil des Problems. Eines Problems, das auch beim Treffen der beiden vermeintlichen Spitzenteams Deutschlands offensichtlich wurde: Fußball mit Lust und Leidenschaft geht anders.

Gut, gut, Sebastian Deisler, Michael Ballack fehlten hie, Tomas Rosicky da, aber darf man von den anderen nicht mehr erwarten, dass ihnen Fußballspielen Spaß macht? Die Bayern zumindest, mal von Schweinsteiger abgesehen, agierten, wie Oliver Kahn stets guckt: freudlos, grimmig, verschlossen. Herrje, ist es denn so eine Qual, diesen schönen Beruf des Profifußballers auszuüben? Oder macht schon Schule, was Schalke unselig vormachte und Manager Assauer ebenfalls unselig unterstützte: nämlich dass die Mannschaft die Macht übernimmt und selbsttätig entscheidet, welcher Trainer genehm ist und welche Methoden? Felix Magath, der den schnellen, offensiven Fußball propagiert, scheint in München nicht verstanden zu werden oder nicht gehört werden zu wollen. Wenn denn stimmt, was kolportiert wird, muss er stattdessen gewisse Vorbehalte der Spieler gegen seine Methoden ertragen. Und als er ein Sondertraining anberaumte, was dringend nötig erscheint, waren die Herrschaften doch ein wenig indisponiert über so wenig Planungssicherheit. Von Sturm und Drang der Münchner war gegen keineswegs galaktische Dortmunder indes nur in den letzten beiden Minuten etwas zu sehen. Übrigens, Torsten Frings Durchschlagskraft im Spiel fiel weit hinter die seines Automobils zurück.

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