Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Will jemand ernsthaft behaupten, die Börsennachrichten schlügen sich nicht nieder im sportlichen Spiel der Borussia? Wie sich die Dortmunder gestern im Münchner Olympiastadion vorführen ließen von den Bayern, schienen sie mehr ihre Gehälter durchzurechnen, als nach Punkten und Tabellenstand zu schielen. Das tut noch mal weh für die schmerzgeplagten Borussen. Zum letzten Mal übrigens gab es das Duell im Olympiastadion, nächste Saison sind die Bayern umgezogen, aber ob es da die Partie Bayern – Dortmund gibt, wissen wahrscheinlich nur die Sanierer und Verweser. Die Hatz der Borussen, es den Bayern im Ruhm und im Erfolg gleichzutun, ist auf jeden Fall vorbei. Man wird eben nicht im Schnelldurchgang zum Branchenführer.

Derweil kommt aus Berlin die Kunde, dass die Hertha die Jagd auf die Bayern eröffnet hat. Nun ja. Solange sie nur in den bunten Blättern stattfindet, dann soll das so sein. Sonst wären Spieler und Klub gut beraten, einfach nur Tore und Punkten nachzujagen. Wie es aussieht, sind sie es. Und waren ja schon gut beraten, nicht gleich nach Ausrufung des Hauptstadt-Status die dauerhafte deutsche Meisterschaft zu beanspruchen. Es braucht alles seine Zeit, die haben sie sich genommen – und sind ja selbst bei Rückschlägen wie unter Huub Stevens nur in Maßen hysterisch geworden. Jetzt scheinen sie belohnt zu werden.

Die Mannschaft stimmt zurzeit. Niko Kovac, der als großer Wurf kam und als kleine Nummer startete, dankt jetzt mit dem großen Wurf für die Geduld. Und hinten steht ein Torwart, von dem Hertha offensichtlich selbst nicht wusste, wie gut er ist. Er wächst halt nicht, aber sonst ist er ein Großer. Die Marcelinho- Sucht hat Bastürk therapiert, offensichtlich der entscheidende Puzzlestein, damit der Brasilianer nicht alles allein machen muss. Seien noch Falko Götz erwähnt, der unspektakulär arbeitet, und Manager Hoeneß. Der ist doch noch Manager bei Hertha, oder? Man hört gar nichts von ihm. Aber Understatement ist allemal besser als Berliner Schnauze. Um die Branchenführerschaft können sich ja andere ruinieren.

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