Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Das Wort hat der Schalker Fabian Ernst, nachdem man ihn mit Manager Assauers Meinung konfrontierte, das Schalker Spiel in der Champions League sei eine Katastrophe gewesen: „Wir können noch schlechter.“ Na, dann ist ja gut. Dann wissen wir, woran wir sind mit Schalke 04. Bayern-Konkurrent? Meisterschaftskandidat? Euro-Fighter? Nicht mal mehr mit dem Mund. Die Schalker Klappe, vor der Saison weit offen, ist kleinlaut geworden. Augenscheinlich haben die Schalker beim Versuch, Dortmund zu kopieren und den Bayern nachzuhetzen, einen Punkt übersehen: Gut funktionierende Klubs haben gut funktionierende Hierarchien. Schalke hat Assauer, der mal Manager ist und Scheckbuchtäter, mal Sonnenkönig und Kritikaster, und der öffentlich macht, was intern zu besprechen wäre. Haben die Bayern je einen ihrer Trainer durchs Dorf gejagt? Da mag Assauer mit seiner Kritik noch so Recht haben, die Spieler nehmen das Zerwürfnis zwischen Manager und Trainer wahr. Bis sie sich Kritik zu Herzen nehmen, finden sich schon noch Alibis davor.

Es sieht nicht gut aus in Gelsenkirchen. Spieler haben sie gekauft, bis der Arzt kommt, und keiner ist darunter, der es nicht besser kann. Es funktioniert nicht. Weil zwei Zungen reden? Tja, der Manager hat ein katastrophales Spiel gesehen – und Trainer Rangnick eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Dazu kommen Rätsel. Was ist los mit Krstajic? Was soll die Abhängigkeit von Lincoln bewirken, wenn der sich rausspuckt aus der Mannschaft? Kuranyi ist weit unter Form, aber den kann man doch nicht auf die Tribüne setzen, bei all dem Geld, das er gekostet hat. Und Ebbe Sand auch nicht, Denkmäler sitzen nicht draußen.

Es ist so, dass Schalke abhängig ist vom Erfolg. Jeder Euro, der nicht in die Kassen fließt, führt Schalke einen Schritt näher an das Loch, aus dem die benachbarte Borussia gerade mühsam rausklettert. Heute kommt Hertha mit einem inzwischen selbstbewussten Saisonstart. Deren Manager – auch mal gefährdet, in sonnenkönigliche Gefilde abzuschweben – hält sich seit geraumer Zeit zurück. Möglicherweise besteht da ein Zusammenhang.

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