Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Dank des jungen Ottl waren es dann doch noch sieben junge Männer auf dem Platz, die einen deutschen Pass haben. Und das auch nur, weil Ottl den verletzten Franzosen Sagnol vertrat. Sieben, das sind nicht gerade viele bei einem Spiel zwischen Schalke und dem FC Bayern München, aber so ist das nun einmal. Und so wirkt sich das eben auch aus auf die Nationalmannschaft. Und ist das zu ändern? Nein, ist es nicht, weil es Trainern nicht zuzumuten ist und Fans es nicht verzeihen würden, wenn der Quote zuliebe verloren würde. Und es steht auch nirgends geschrieben, dass sich der junge deutsche Nachwuchs nicht durchsetzen darf. Man hat ja nun nach einigen Reaktionen auf die, sagen wir, etwas kindlichen Auftritte der Nationalmannschaft den Eindruck, dass wir hierzulande das Fußballspielen doch ganz aufhören sollten. Sollten wir nicht. Solang der nationale Notstand nicht ausgerufen wird, wenn Klinsmanns Kindertagesstätte etwas über die Stränge schlägt, sollten wir das wirklich nicht tun.

Es steht übrigens auch nirgends geschrieben, dass die Bayern nicht attackiert werden dürfen bei ihrem Marsch zur nächsten Meisterschaft. Oder haben sie auf Schalke diesbezüglich die Satzung geändert? Die beeindruckendere, willensstärkere und stabilere Mannschaft waren die Bayern – eine Halbzeit lang. Da war ihnen anzumerken, dass sie gelernt haben aus der Niederlage in Hamburg. Das zeichnet die Münchner doch unter anderem aus, dass sie, wenn sie mal schlampen, es kein zweites Mal tun. Den Schalkern hingegen war lange nicht anzumerken, dass sie den Schwung mitgenommen haben aus dem erfreulichen Besuch in der Champions League. Und auch erst spät ließen sie spüren, dass sie doch eigentlich die Attacke auf die Bayern starten wollten in dieser Saison. Es reichte nur noch zum Unentschieden. Aber hat sich Schalke nicht ohnehin längst verabschiedet aus dem Kreis der Konkurrenten? Still und ruhig fließt die Weser am Stadion vorbei. Still und ruhig zieht Werder seine Bahn. Und ist es nicht versöhnlich, dass ausgerechnet Werder, das doch fast schon heimlich von Schalke übernommen worden war, die Rolle spielt, die Schalke so gerne spielen will? Es ist die des einzigen Konkurrenten.

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