Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Ach Hertha, möchte man fragen, wohin gehst du? Oder besser: Wann gehst du, wann folgt endlich der nächste Schritt auf dem Weg nach oben, zur Besserung, zur Konstanz? So oft war er angekündigt, so oft blieb er aus. Nie war es doch leichter, sich fest zu etablieren weit hinter dem FC Bayern und ein kleines bisschen hinter Werder Bremen. Die Liga, die ist nicht stabil, sie ist auch nicht gut, da liegen unterhalb der vergebenen Spitzenpositionen jede Menge Möglichkeiten rum. Und das kann doch nicht das Ziel der Hertha sein, sich auf Jahre hinaus einen Uefa-Cup-Platz zu sichern, da muss doch der Wille da sein, die Champions League zu erreichen. Allein schon der wirtschaftlichen Umstände wegen.

Dass die brüchig sind in Berlin, das ist zwar nicht neu, aber auch eine der wenigen Konstanten des Klubs. Die andere Konstante, auch wenn es eine alte Weisheit ist: dass nichts konstant ist. Sie hatten einen Sieg eingeplant gegen den HSV, ohne Vermessenheit wahrscheinlich nach dem Sieg in Leverkusen und dem Ausfall des gesamten Hamburger Mittelfeldes. Und was passiert: So richtig waren die Berliner noch gar nicht angekommen in der Arena in Stellingen, da stand es schon 2:0 für den HSV. Nein, das wird so nichts, liebe Hertha.

Dabei ist doch alles gut angelegt, und die finanzielle Misere? Ja nun, so ist das nun mal: Wenn man etwas aufbauen möchte, muss man sich nach der Decke strecken. Die Mannschaft aber ist gut aufgestellt, zeigte auch gegen Ende in Hamburg ihre Moral. Und dass Marcelinho, der Inkonstante, gestern raus musste nach Gelb und Rot, nun das fiel nicht ins Gewicht.

Sie hatten eine prima Ausgangslage: Ein Sieg in Hamburg, dann kommen die nicht wirklich überragenden Nürnberger, das hätte ein entspanntes Weihnachtsfest werden können. Vertan. Hertha ist weiterhin ein Gefäß, in dem alle Möglichkeiten ruhen, nur will der Pfropfen sich nicht lösen. Am Ende, nach dem Anschlusstreffer, schien er sich ein wenig zu lockern. Der Schein trog. Und nun hat sich der Pfropfen noch ein wenig fester geklemmt. Hertha tritt auf der Stelle.

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