Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Eins ist gewiss: Den Ball hätte auch Lehmann nicht gehalten. Jenen Kopfball, den Bastian Schweinsteiger in der ersten Halbzeit sehr unglücklich und sehr ungeschickt im Tor von Oliver Kahn platzierte. Noch eins ist gewiss: Enge Freunde dürften die Bayern und Jürgen Klinsmann nicht mehr werden. Die Wut des Managers Hoeneß ist ja verständlich, einen Tag vor einem wichtigen Spiel verkündet man nicht mal so eben eine Entscheidung von solcher Tragweite, man könnte fast glauben von nationaler Tragweite. Der Manager kocht, er bebt, es ist wohl so, dass die Bayern so heftig noch niemals abgewatscht wurden. Sie haben Klinsmann gedrängt, in den vergangenen Tagen immer stärker. Und der hat gesagt, bitte schön, dann kriegt ihr es eben. Vorgeführt werden aber ist nichts, was im Selbstverständnis des FC Bayern verankert ist. Nun ist es, wie es ist. Und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Kahn den fröhlichen Sonnenschein mimt und sich zur WM auf die Bank setzt. Er hatte ja noch den Traum, seinen Patzer im Finale von Yokohama zu korrigieren. Den Traum darf er jetzt nicht mehr träumen. Ich rechne doch sehr mit Kahns Verzicht. Und vielleicht ist der dann auch für alle besser.

Es ist irgendwie kein gutes Jahr für den FC Bayern. Das Thema Kahn nervte, das Thema Ballack nervt immer noch, die Champions League nervte auch, gestern in Bremen nervte zudem noch das Thema Stollenwahl. Eindeutig falsch beschuht gingen die Bayern anfangs in den Regen. Man muss jetzt nicht übertreiben und die gestrige mangelnde Standfestigkeit des FC Bayern zum bayerischen Prinzip dieser Saison erheben. Aber sie sind schon schwer rumgeeiert gestern im Weserstadion, und das sind sie doch auch in der Champions League und beim Thema Ballack und ... genug jetzt. Die Bayern haben immer noch genug Vorsprung, um entspannt zu sein. Aber ob sie es sind? 0:3 in Bremen, das ist schon eine böse Klatsche. Zwei Klatschen innerhalb zweier Tage, das verzeihen sie nicht. Sie werden Klinsmann dafür verantwortlich machen. Und das ist am Ende auch gewiss: Es werden unruhige Tage kommen.

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