Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht zwangsläufig dasselbe. Eine alte Weisheit, im Falle Lukas Podolskis und Miroslav Kloses mal wieder belegt. Stürmer werden an ihren Toren gemessen? Mhmm, nicht unbedingt. Klose trifft nicht mehr für Werder, Podolski trifft nicht mehr für den FC Bayern, aber der eine ist herrlich entspannt und der andere furchtbar verkrampft. So ist das, und man kann durchaus sagen, dass der eine, Klose nämlich, schon weiter ist auf seinem fußballerischen Weg und die Podolski-Phase lange schon hinter sich gelassen hat. Klose spielt jetzt eben alternativ zu seinen Toren wunderbaren Fußball, den Ausgleich zur Fehlquote kann Podolski nicht anbieten.

Und was sagt uns das fürs große Ganze? Es hat eine Verlautbarung vor dem Spiel der beiden gegeben und im Spiel eine Szene. Die Verlautbarung war das fast schon reflexartige Bemühen der Bayern, beim Gegner Irritation, Unruhe, was auch immer, auszulösen, indem sie ihr großes Interesse an dem Weltklassestürmer bekundeten. Irritation, Unruhe, was auch immer? Bei Werder Bremen? Klose und sein Klub ruhen derzeit dermaßen in sich selbst, dort haben sie ihre Mitte gefunden, da unterfangen solche Spielchen nicht. Die Szene fand kurz nach Anpfiff statt, als Bayern-Torwart Kahn Bremens neuen Wunderzwerg Diego fast schon reflexartig erst einmal anrempelte, als wolle er ihm zeigen, wo Barthel den Most holt. Der hat dann eine Minute später den Most kurzerhand ausgetrunken und Kahn den Ball aber auch dermaßen unter die Latte und ins Tor geknallt. Den haben sie also auch schon integriert und mit Werders Gelassenheit geimpft.

Ich meine, es ist ja nicht so, dass die Bayern nicht im Soll sind, trotz der Niederlage an der Weser, international stehen sie sogar sehr gut da, wenn man auch mäkeln kann, dass die Gegner noch nicht so wirklich erste Wahl waren, national sind sie auch noch nicht kurz vor der Katastrophe, wenn man auch mäkeln kann, dass sie gestern in Bremen erstmals in dieser Saison einen ernsthaften Konkurrenten hatten, aber gut. Nur Abgeklärtheit, Souveränität, Dominanz sehen anders aus. Wie? Wie Werder Bremen.

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