Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Das haben sich beide wohl anders vorgestellt, die Schalker mit ihrem Geschwätz von der totalen Dominanz, die Bayern mit ihrem andauernden Anspruch, den Weltfußball zu beherrschen. Und nun treten sie heute gegeneinander an, und beim Verlierer dürfte das Feuer, das ohnehin schon unter dem Dach prasselt, noch erheblich stärker lodern. Doch sehr grenzwertiger Fußball hat die Bayern national in Tabellenregionen geführt, in die sie kraft Vereinssatzung hingehören, das ja. Aber wenn sie ehrlich sind, auch nur, weil die Konkurrenz zu oft geschlampt hat und die drei Auswärtsniederlagen der Münchner nicht stärker ausgenutzt hat. In der Verfolgergruppe aus Ligas Gnaden, das entspricht wohl nicht ganz dem Selbstverständnis. Und dass nun alle Welt von Werder Bremen spricht, sich an Werder erfreut und die Bremer lobt und bejubelt, die Frische, den Mut, den Trainer, die Spieler preist – nun, ist fürs Hosianna nicht eigentlich der FC Bayern München der rechtmäßige Adressat? Aber im Schatten stehen? Das wurmt sie gewaltig.

Doch beim Gegner ist ja auch nicht alles Gold, also königsblau. Die hausinterne Lösung, die sie probiert haben, als sie den Assistenten zum Cheftrainer machten, die wäre hübsch gewesen. Nur leider ist die Mannschaft, die sie sich in den Jahren zusammengekauft haben, nicht so honorig, dass sie sich dem Neucoach selbstlos und unterstützend zur Verfügung stellt. Eine größere Ansammlung von Ich-AGs war wohl selten zu bestaunen im Fußball. Allein, das ist nicht neu auf Schalke, diese Mannschaft hat schon andere Trainer verschlissen, und es sieht nicht danach aus, als wollten sie Herrn Slomka zuliebe von ihrer Praxis abrücken. Der Trainer war Assistent, der Manager war vor kurzem noch Azubi, beider Ausbildung reicht offensichtlich (noch) nicht, das Team zur Räson zu bringen. Und über allem schwebt der finanzielle Druck. Nur der ist den Spielern aber auch so etwas von egal, im Bedarfsfall packen die ihre Sachen und ziehen weiter. Man hätte das jedoch durchaus bedenken können, als man sich die Söldner engagierte. Hat man nicht – und steht jetzt da vor einem Gegner, der ebenfalls nichts mehr zu verlieren hat. Dumm gelaufen für beide.

0 Kommentare

Neuester Kommentar