Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Bei aller gepflegten Feindschaft zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund, irgendwie sind’s ja Brüder, die beiden. Wobei es immer mal wieder wechselt, wer denn nun der große ist und wer der kleine. Mal macht der eine etwas vor, was der andere nachahmt, mal ist es umgekehrt. Zur kleinen Erinnerung vor dem heutigen Spiel der Rivalen: Auf Schalke arbeitete mal ein Trainer, der hieß Huub Stevens, war eigentlich ziemlich erfolgreich, aber dann verkündete er, dass er zum Saisonende zu Hertha BSC wechsele. Die laufende Saison war dann gelaufen für Schalke, weil es das nicht gibt im Fußball, dass eine Mannschaft unter solchen feststehenden Konstellationen noch am gleichen Strang zieht wie der Verein.

Der Bert van Marwijk von der Borussia geht im Sommer, jetzt schon verkündet, und das soll sich nicht auswirken? Ein bisschen hinkt ja der Vergleich, weil Stevens seinerzeit nicht gemobbt wurde vom Vorstand, sondern sich nur verändern wollte. Van Marwijk indes wurde gemobbt, vom Vorstand, von Indiskretionen, von Sticheleien. Zugegeben, er spielte zu Hause einen grauenhaften Fußball, mag sein, dass irgendjemand die Sorge trug, die Zuschauer würden deswegen wegbleiben. Was aber eine ziemliche Unkenntnis der Dortmunder Fußballerseele voraussetzt. Es schien auf jeden Fall nur noch eine Frage der Zeit, wann der Verein sich vom Trainer trennt, die lächerliche Pressekonferenz, auf der der Vorstand die Weiterverpflichtung aussprach und den Rauswurf in Körpersprache, Gestik und Mimik ausdrückte, konnte niemanden täuschen. Van Marwijk geht eben selber, die bisher durchaus erfolgreiche sportliche Konsolidierung dürfte empfindlich gestört werden.

Und auf Schalke waren sie doch auch schon so weit. Da ließen sie weitgehend ungestört die Spieler den Trainer mobben, der ohnehin schon per definitionem nur ein Interimstrainer war. Das lasse ich mir nicht ausreden, dass Slomka in der Planung schon Weihnachten abgelöst werden sollte von Christoph Daum. Und dann kommt es eben ganz anders, dirigiert der Tabellenplatz das weitere Vorgehen. Allein, nach Planung sieht es weder hüben noch drüben aus. Brüder eben.

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