Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Wer wohl Meister wird? Der FC Bayern München zum Beispiel? Sagen wir es so nach dem Auftritt im westfälischen Schneeregen vom Freitag: Meister wird die Mannschaft, die als Erste aufhört, nach Alibis, Erklärungen, Entschuldigungen zu suchen, weil es nicht läuft, wie es laufen sollte. Die Bayern, und das steht nach der Niederlage in Dortmund und vor allem nach der Art, wie sie zustande kam, definitiv fest, die Bayern sind diese Mannschaft nicht. Nach der rauschhaften WM war es genau diese rauschhafte WM, die die Herren Stars nicht in Tritt brachte. Da sagte Trainer Magath, dass man sich noch bis September durchwurschteln müsse. Nach dem September war es dann der September, der den Rhythmus verhindert hatte. Aber nach der Winterpause, hieß es schließlich, dann aber werde man den richtigen FC Bayern erleben. Aber Hallo!

Vor ein paar Tagen nun befand der Stratege, Denker und Lenker Magath, dass man nun noch etwa drei Wochen brauche, um so richtig eingespielt zu sein. Das wäre in etwa der Zeitpunkt, wenn es gegen Real Madrid geht. Was wollte er uns damit sagen? Dass der Alltag nicht zählt, sondern nur die Gala? Dass der FC Bayern zu schön und zu edel sei für die Krumen und Krümel, sondern auserkoren ist, sich die Rosinen rauszupicken? Nun, dann sei ihnen aber, um im Bild zu bleiben, angeraten, erst einmal den Teig anzurühren. Die Zutaten auch in der Bundesliga: eine Elf, die eine Struktur aufweist, die gewillt ist, sich zu wehren; Feuer braucht es auch ein wenig und die Einstellung, dass selbst völlig verunsicherte Dortmunder erst einmal besiegt werden müssen.

Ein denkbares Szenario Anfang März könnte so aussehen: Der DFB-Pokal ist perdu, das steht fest. Real Madrid hat Beckham und Ronaldo weggeschickt, mithin die Zirkuszelte abgebaut; es wird sehr ernsthaft und sehr seriös gerüstet sein für die Bayern, da droht das Aus in der Champions League. Und in der Liga stehen zwei Teams vor den Bayern, Werder und Schalke, die kompakt sind, die willens sind, die – besonders die Bremer – das Wort Alibi nicht einmal kennen.

Meister wird die Mannschaft, die Alibis nicht nötig hat.

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