Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Was natürlich heute passieren kann an der Weser, wenn Werder und Schalke 04 ihren kleinen Titanenkampf ausfechten, ist, dass sie beide vor lauter Schreck ins Stolpern geraten.

Huch, wo ist unser Feindbild, huch, wo sind die Bayern? Machen einfach nicht mehr mit, wenn es um die Meisterschaft geht, haben erst den Trainer verabschiedet und dann sich. Aber wahrscheinlich werden sie doch nicht stolpern, weil es noch nie so leicht war, die Macht von der Isar zu brechen, wenigstens temporär. Bei einem schiedlichen Unentschieden marschieren beide Teams den Bayern auf neun Punkte davon, da müssen sie schon dreimal patzen und Bayern dreimal siegen. Von Letzterem sind die Münchner weit entfernt. Und siegt einer von den beiden Kronprinzen, legt er elf Punkte zwischen sich und die Bayern. Elf Punkte, die taugen dann schon für eine hämische lange Nase.

Aber wer? Beide sind nicht gut aus der Winterpause gekommen. Werder Bremen hat dabei in Leverkusen sogar ein Verhalten gezeigt, mit dem sie leicht auf den falschen Dampfer geraten können. Das war fast schon bajuwarisch, wie sie ein Tor erzielten und sich anschließend lediglich auf dessen Verwaltung beschränkten. Vom Jubel-, Trubel-, Heiterkeitsfußball der Hinrunde war da nichts mehr zu sehen. Sie sollten absehen davon, ich bin sicher, sie werden Abstand davon nehmen.

Und Schalke, wo inzwischen – ist es nicht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte? – aus nüchternem Verstand heraus agiert wird? In Frankfurt haben sie nicht geglänzt und gegen Aufsteiger Aachen nur mit dessen Hilfe und einem Eigentor gewonnen.

Indes: 6:0-, 6:1-Siege sind Feuerwerk, sind bunte und seltene Explosionen. Eigentlich werden sie erst nach der Meisterschaft gezündet. Zur Meisterschaft hin aber führen die mühseligen Siege. So ein 2:0 in Leverkusen, mit Glück und Arbeit. Oder ein 2:1 gegen Aachen, mit Glück und Arbeit. Schön spielen kann jeder einmal, schlecht spielen auch.

Wer dann aber gewinnt, der lebt sehr kommod auch ohne die Bayern.

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