Sport : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert

Marcel Reif

Haben wir gestern in Mainz nun einen traurigen Absteiger gesehen und einen, nun ja, einen sich ins Ziel bibbernden Meister? Endgültig ist noch nichts, nicht die Verabschiedung der einst fröhlichen Mainzer, nicht die Verwirklichung des langen, langen Schalker Traums. Aber beide Klubs, jeder in seine Richtung, sind nun einen Schritt weiter.

Schade, Mainz 05, das war ja durchaus eine erfrischende Bereicherung der Liga, dieser kurze Auftritt auf großer Bühne. Nur sind, das haben die Mainzer Vorgänger aus Freiburg auch irgendwann einmal einsehen müssen, der Charme der Unbekümmertheit und die Chuzpe des alternativen Entwurfes endlich. Allein mit Karnevalsseligkeit sind die leistungsorientierten Gesetze der Branche nicht auszuhebeln. Dazu bedarf es dann doch noch ein wenig mehr spielerischer Klasse. Die haben sie sich in Mainz mit der Verpflichtung Zidans aus Bremen wohl geholt, aber wohl auch zu spät. Das Spiel gestern gegen den Tabellenführer, es hätte so eine Art Meisterprüfung, na gut, Gesellenprüfung, sein können. Ein Sieg, ein Unentschieden hätte den Abstieg noch nicht verhindert, aber den Nachweis erbracht, mithalten zu können in der Liga. Und was nun wird, wenn es denn traurig wird? Schwer wird es für die Mainzer. Jürgen Klopp, der Trainer, ob er das Biotop verlässt, weil er möglicherweise zu Höherem berufen ist, sich auf jeden Fall zu Höherem berufen fühlt? Dann ist das Biotop keins mehr, dann ist Mainz 05 ein Zweitligaklub, mehr nicht.

Und Schalke? Meister nun endlich? Was sagt der Sieg schon? Wenig, weil er eine Selbstverständlichkeit ist für einen Kandidaten, viel, weil die Selbstverständlichkeiten erledigt werden müssen von einem Meister. Das ist geschehen, auf sehr unaufgeregte Weise, sehr abgeklärt, ein bisschen meisterlich sogar mit einem überragenden Kuranyi und einem befriedeten und dann wertvollen Lincoln. So kann es was werden. Eigentlich müssen jetzt nur noch, und das ist auf Schalke mehr nötig als anderswo, der Fußballgott und das Schicksal überzeugt werden.

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