Lizenzierungs-Verfahren : DFL prüft Schalkes Finanzlage

Auch Situation bei Union wird untersucht

Berlin - Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) untersucht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) die Finanzlage bei Schalke 04 und zahlreichen anderen Klubs. Nach der Lizenzerteilung vom Frühjahr für die Saison 2009/2010 werden nach SZ-Angaben insgesamt rund 20 Vereine aus der 1. und 2. Fußball-Bundesliga nachträglich inspiziert, darunter auch der 1. FC Union. Die DFL kann auf Verstöße mit Sanktionen wie Geldstrafen oder Punktabzug oder im schlimmsten Fall mit dem Lizenzentzug reagieren. Die Vereine haben bis Jahresende Zeit, Mängel abzustellen. Die DFL prüft seit Jahren routinemäßig, ob sich bei den Vereinen nach der Lizenzerteilung finanzielle Rahmenbedingungen geändert haben.

   Bei Schalke 04 geht es nach SZ-Informationen unter anderem um zusätzliche Ausgaben in dieser Saison in Höhe von zehn Millionen Euro für den neuen Trainer Felix Magath und dessen Team. Peter Peters, Geschäftsführer von Schalke 04, wollte diese Angaben weder bestätigen noch dementieren. „Es ist doch normal, dass wir uns zu Vertragsinhalten nicht äußern“, sagte Peters am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Gelassen steht Peters einer angeblichen Drohung des US-Bankiers Stephen L. Schechter gegenüber. Wie die SZ berichtet, habe Schechter, der Schalke eine Anleihe über 75 Millionen Euro mit der „Prudential Trustee Company Limited“ vermittelte, dem Verein wegen angeblicher Vertragsbrüche mit der Fälligstellung der Anleihen für Ende Oktober und Forderungen in Höhe von 102,8 Millionen Euro gedroht. „Schechter ist nicht unser Vertragspartner, sondern war nur der Vermittler. Er hat alle seine Provisionen erhalten“, sagte Peters dazu.

Die finanzielle Situation bei Schalke ist seit längerem prekär. Der Verein hat rund 136 Millionen Euro Verbindlichkeiten und benötigt dringend Geld. Kritik gab es von Beobachter an den angeblich hohen Kosten für Trainer Magath und seinen Trainerstab. Die Vereinsführung hat diese Kritik immer wieder zurückgewiesen.

Der 1. FC Union hat inzwischen die Nachprüfung der DFL bestätigt, stellt diese Prüfung allerdings als einen ganz normalen, geplanten Vorgang im Rahmen des Lizenzierungs-Verfahrens dar. Bis zum 31. Oktober müsse der Verein der DFL aktuelle Zahlen liefern. Dies habe aber nichts mit der jüngsten Kündigung des Hauptsponsors International Sport Promotion (ISP) zu tun, versicherte ein Sprecher. dpa

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