Sport : Locker in die WM

Christian Hönicke

Fleißig, strebsam, pünktlich, ordentlich, bieder, humorlos: Das – machen wir uns nichts vor – ist das prägende Deutschlandbild der Welt, die im nächsten Jahr zu Gast bei Freunden sein soll. Viele Imagekampagnen sind an der Aufgabe gescheitert, das moderne Deutschland als Ort der humorvollen und spontanen Begegnung darzustellen.

Hier kann die Fußball-WM vielleicht Abhilfe schaffen. Gestern wurde ein bedrohlicher Riss im Dach des WM-Stadions Kaiserslautern entdeckt – es war bereits der vierte außerplanmäßige Vorfall in einer WM-Arena. In Frankfurt veranstaltete das Zeltdach vor den Augen der Welt im Confed-Cup-Finale unbeabsichtigte Wasserspiele, in Nürnberg schwang die Tribüne wegen hüpfender Fans mehr nach, als es die Norm erlaubt, und in Kaiserslautern löste sich schon mal ein Stadionteil auf nicht vorher festgelegte Weise.

Durch diese Probleme müsste die Welt so langsam mitbekommen haben, dass auch bei uns nicht immer alles perfekt nach Plan verläuft. Das ist wohl die beste Imagekampagne für dieses Land.

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