Sport : Lockruf für Felix Magath

Stuttgart spielt 1:1 und braucht vielleicht bald einen neuen Coach

Oliver Trust

Stuttgart . Der Mai beginnt nicht gut für den VfB Stuttgart. Erst büßte die Mannschaft gestern durch ein 1:1 daheim gegen den VfL Bochum Boden ein im Kampf um Platz zwei gegen Bayern München. Die Bayern haben nun einen Vorsprung von vier Punkten auf den Drittplatzierten VfB. Und dann könnten die Schwaben auch im Rennen um ihren Trainer Felix Magath im Duell mit den Münchnern im Sommer den Kürzeren ziehen. „Ich würde einen Weggang nicht ausschließen“, sagte Stuttgarts Präsident Erwin Staudt zu den Gerüchten um VfB-Trainer Magath, die durch einen Bericht der „Bild am Sonntag“ neue Nahrung bekamen. Dort wurde berichtet, Magath habe Gespräche über einen vorzeitigen Ausstieg geführt. Der frühere Trainer Christoph Daum würde als Nachfolger gehandelt, von anderer Seite wurde auch schon Matthias Sammer als neuer VfB-Trainer ins Gespräch gebracht.

„Ich kann Gänsehautgefühle bei Trainern ja verstehen, wenn der Branchenführer ihm ein Angebot vorlegt", sagte Staudt nach dem sportlichen Rückschlag gegen gute Bochumer, die sich den einen Punkt mehr als verdienten. Nach Cacaus Führung (32.) stellte der Stuttgarter Bordon mit einem Eigentor (58.) den 1:1-Endstand her. Die Bochumer hatten in der Folgezeit mehrfach die Chance alle drei Punkte aus Stuttgart zu entführen. „Wir waren nicht aggressiv genug und haben uns nicht genügend gewehrt“, sagte Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand, der nach 18 Spielen ohne Gegentor wieder einmal hinter sich greifen musste.

„Ich hoffe, wir können unser neues Ziel, die Teilnahme am Uefa-Cup, schaffen und die Nummer eins im Revier werden“, meinte Bochums bester Akteur Martin Meichelbeck. Der VfL rückte durch das Remis bis auf einen Zähler an den Fünften Borussia Dortmund heran.

Gespräche über einen vorzeitigen Ausstieg hat es – nach Aussage von Staudt – mit Felix Magath keine gegeben. Und auch der Name Christoph Daum (Fenerbahce Istanbul) sei weder bei ihm noch bei VfB-Finanzchef Ruf ein Thema. Es habe auch keine Gespräche mit Daum in einem Istanbuler Golfklub gegeben. „Wir als Verein müssen aber auf alle Eventualitäten vorbereitet sein – und das sind wir“, sagte Staudt. Insgeheim rechnen die Schwaben mit Magaths Abgang, der es bislang ablehnte, seinen bis 2005 laufenden Vertrag zu verlängern. Staudt weiß, Magath sähe ein Engagement in München als eine Art Lebenstraum an.

Dass Hitzfeld bei Bayern München über diese Saison hinaus das ihm gewährte „Gnadenjahr“ absolviert, glaubt nicht einmal Staudt. Insider rechnen damit, dass Hitzfeld schon im Sommer von sich aus zurücktritt. „Wir werden in den nächsten Wochen besprechen, wie es ab 2005 weitergeht. Mehr können wir nicht tun. Magath hat bei uns einen Vertrag bis 2005“, sagt Staudt. In der Industrie – Staudt war Chef des Computerriesen IBM – gelte die Regel: „Wenn ein Amtsinhaber überfahren wird, müssen Vorschläge über Nachfolger in der Schublade liegen.“ München birgt, laut Staudt, auch gewisse Risiken für einen Trainer. Viele seien dort nicht zurechtgekommen. Das klingt schon wie ein Nachruf – oder eben nach dem letzten verzweifelten Kampf, einen erfolgreichen Trainer doch noch zu halten.

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