Löcher in der Defensive : Eisbären Berlin mühen sich zu 6:4-Sieg

Die Eisbären siegen zwar 6:4 gegen die Augsburger Panther - doch die Leistung in der Defensive lässt Schlimmes befürchten.

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Rumpel ihn rein. Julian Talbot trifft zum 1:2 für die Eisbären.
Rumpel ihn rein. Julian Talbot trifft zum 1:2 für die Eisbären.Foto: Imago

Jens Baxmann sah ziemlich mitgenommen aus. Im Interview in der ersten Drittelpause suchte der Verteidiger nach Erklärungen für den bis dato desolaten Auftritt der Eisbären. „Wir spielen total schlecht“, sprudelte es aus ihm heraus. Und legte nach: „Es sieht so aus, als hätten wir als Mannschaft gerade einmal zusammen trainiert.“ 2:4 lagen die Berliner nach 20 Minuten am Freitagabend in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Augsburger Panther zurück, es drohte ein empfindlicher Rückschlag im Kampf um die direkte Qualifikation für die Play-offs. Vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof rafften sich die Eisbären aber noch zu einem 6:4-Sieg auf (2:4, 2:0, 2:0) und bleiben damit in der Tabelle auf Platz sieben.

Dennoch macht der Auftritt der Berliner wenig Hoffnung für die kommenden Aufgaben. Gegen die zuletzt im Oktober vergangenen Jahres auswärts siegreichen Panther offenbarten die Eisbären erschreckende Löcher in der Defensive. Die Augsburger konnten immer wieder nach Belieben durch die gegnerische Abwehr spazieren, nach fünf Minuten stand es bereits 2:0 für die Gäste. Einzelaktionen brachten die Eisbären wieder ins Spiel. Nach Toren von Julian Talbot und André Rankel hätte nun eigentlich so etwas wie Ruhe einkehren müssen, stattdessen ging Augsburg durch einen weiteren Doppelschlag wieder mit zwei Toren in Führung. Durch das Publikum ging ein Raunen und Staunen, so schwach hätte wohl keiner die Eisbären erwartet.

Im zweiten Drittel wurde es etwas besser. Antti Miettinen und Petr Pohl glichen zum 4:4 aus, weil auch die Augsburger defensiv nicht gerade konsequent agierten. Der im Kampf um die Play-offs aussichtslose Tabellenzwölfte hatte zuletzt beim 2:10 gegen Nürnberg die höchste Heimniederlage in seiner DEL-Geschichte kassiert, zeigte am Freitag aber zumindest Lust auf Offensive. Trotzdem bleibt es rätselhaft, warum die Eisbären sich gegen diesen limitierten Gegner derart schwer taten. Immerhin reichte es aber noch zum erwarteten Pflichtsieg, weil Florian Busch knapp vier Minuten vor Schluss zum erlösenden 5:4 traf und Talbot wenig später mit einem Schuss ins leere Tor endgültig alles klar machte. Im nächsten Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers am kommenden Sonntag (14.30 Uhr) dürfte eine derartige Leistung aber wohl kaum für Punkte reichen.

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