Sport : Löw schlägt Alarm wegen Champions-League-Ergebnissen

Frank Hellmann

Frankfurt am Main - Joachim Löws Lächeln war gestern mehr Fassade als gute Laune. Der Bundestrainer hatte bei der Vorstellung seines Aufgebots für die bevorstehenden EM-Qualifikationsspiele am 13. Oktober in Dublin gegen Irland und am 17. Oktober in München gegen Tschechien (siehe Kasten) Besorgnis erregende Botschaften zu verkünden. „Natürlich sind wir aufgeschreckt“, gestand der 47-Jährige zum Abschneiden der deutschen Klubs in der Champions League, „wir haben fünf von sechs Spielen verloren, das ist absolut nicht erfreulich.“ Löw schlägt Alarm: „Von 320 in der Champions League eingesetzten Spielern waren nur zwölf Deutsche dabei – das sind 3,2 Prozent, da sind wir eine Minderheit.“

Der Bundestrainer wies gleichzeitig die von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geäußerte Kritik an den vermeintlich überhöht dargestellten Leistungen der Nationalelf zurück. „Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wir haben England geschlagen, die lange unbesiegten Rumänen. Und man darf Rumänien nicht mit dem Karlsruher SC vergleichen.“ Im Falle Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski stellte er klar: „Wir beweihräuchern uns nicht, sondern sind am Anfang einer Entwicklung. Wenn wir bei irgendeinem eine Überheblichkeit feststellen, würden wir sofort intervenieren, aber das ist nicht der Fall.“

Zum Treffpunkt am kommenden Dienstag im Berliner Grand Hyatt Hotel hat Löw insgesamt 35 Akteure geladen. Darunter auch den derzeit stark spielenden Jermaine Jones. Der umtriebige Schalker sei ab sofort in den erweiterten Kader aufgenommen: „Er gefällt uns gut. Er bringt hervorragenden Willen, Dynamik und Laufstärke mit und kann ein interessanter Spieler für uns werden.“

Verzichten muss Löw auf die verletzten Philipp Lahm, Miroslav Klose und Michael Ballack, dafür befinden sich unter den 22 nominierten Spielern die drei Bremer Rekonvaleszenten Torsten Frings, Clemens Fritz und Tim Borowski. Das Trio ist nach langer Verletzungspause „noch nicht in Topform“, weiß Löw. „Es ist trotzdem wichtig, sie wieder bei uns zu haben.“ Frank Hellmann

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