Sport : Löwen auf der Autobahn und doch beste Laune

Mit rheinischem Frohmut haben die Fans der Kölner Haie am Freitagabend auf die Absage des um 19.30 Uhr geplanten Punktspiels der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Frankfurt Lions reagiert. Nachdem feststand, dass die Hessen die Anreise nicht schaffen würden, sagten die Kölner Veranstalter das Spiel ab, konnten damit aber den rund 10 000 Zuschauern die Stimmung nicht verderben. Etwa die Hälfte der Anhänger verließ gelassen die Köln-Arena, die übrigen Fans begleiteten eine kurzfristig angesetzte Trainingseinheit der Haie und ein Spiel Weiß gegen Rot mit La Ola. Dazu wurden die Getränke zu reduzierten Preisen verkauft.

Den Ausfall sehen die Veranstalter als "höhere Gewalt", wobei die Kostenfrage noch ungeklärt ist. Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit für das am 2. Januar (19.30 Uhr) neu angesetzte Spiel. Die Frankfurter hatten ihre Anreise um 14.30 Uhr gestartet, steckten im Mannschaftsbus aber auf der A3 bei Montabaur im Westerwald wegen einer Vollsperrung der Autobahn nach einem schwerem Unfall ab 16 Uhr fest. Von der misslichen Lage hatten die Löwen den Kölnern per Handy erstmals ab 17.30 Uhr berichtet.

Die anderen Spiele wurden wie geplant ausgetragen. Die Mannheimer Adler, als Titelverteidiger in die Saison gegangen, haben drei Tage vor Weihnachten die Tabellenführung erfolgreich verteidigt und Verfolger Krefeld Pinguine weiter um einen Punkt auf Distanz gehalten. Die Adler setzten sich 3:1 gegen die Hannover Scorpions durch, Krefeld 6:3 bei den Iserlohn Roosters. Die erst vor einer Woche nach zehn Spielen ohne Niederlage erstmals wieder geschlagenen Krefelder stießen in Iserlohn auf harte Gegenwehr. Erst gegen Spielende erlahmten die Kräfte der Sauerländer, die am Freitag die dritte Niederlage in Folge erlitten und daheim schon seit fünf Spielen sieglos sind.

In Mannheim kamen die Hausherren erst nach torlosem Auftakt im zweiten Drittel in Fahrt. Den sechsten Sieg in Serie leiteten Denis Seidenberg und Ron Pasco mit ihren Toren nach einem 0:1-Rückstand ein, bevor Pasco eine Minute vor der Schlusssirene auch noch das 3:1 gelang. Unterdessen haben die Mannheimer Adler den Slowaken Oliver Pastinska für den Spengler Cup im schweizerischen Davos verpflichtet. Mit dem 26 Jahre alte Verteidiger von HKM Nitra hat der Meister sein Kontingent von fünf Gastspielern für den renommierten Wettbewerb vom 26. bis 31. Dezember ausgeschöpft. Außer Pastinsky hat der DEL-Club noch Sergio Momesso, J.J. Daigneault, Dean Seymour und Ren Pucher engagiert. In Davos treffen die Adler auf Team Kanada, HC Davos, TPS Turku und Sparta Prag.

Attacke gegen Referee

Härtester Verfolger des Spitzenduos bleiben die Münchner Barons, die 4:3 gegen die Düsseldorfer EG gewannen. Der Vizemeister hat weiter fünf Punkte Rückstand auf Mannheim und nun drei Zähler mehr als die Nürnberg Ice Tigers nach deren unerwarteter 4:5-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die Berliner Eisbären. In München endete das Spiel mit einem Eklat und einer Attacke von DEG-Torwart Andrej Trefilov nach der Schlusssirene gegen den Unparteiischen Thomas Schurr. Die bereits 3:1 führenden Gäste aus Düsseldorf machten den Schiedsrichter zum Sündenbock, nachdem der Bad Wörrishofener das dritte Münchner Tor erst nach Videoentscheid gegeben hatte.

Im Kampf um die Playoff-Plätze setzten sich die Augsburger Panther 4:3 nach Penaltyschießen gegen den Tabellennachbarn Kassel Huskies durch. Die Chance auf einen Platz unter den besten Acht beim Saisonfinale wahrten die Berlin Capitals mit dem 3:0-Heimerfolg über die Schwenninger Wild Wings.

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