Löws Startelf-Wechsel : Aus dem Turnier rotiert

Gegen Italien bringen die Wechsel in der Startelf für Deutschland keinen Erfolg. Bundestrainer Joachim Löw korrigiert seine Aufstellung zwar zur Pause, aber da liegt Deutschland schon vorentscheidend zurück.

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Mario Gomez kehrte gegen Italien in die Startelf zurück, fand aber nie ins Spiel. Zur Halbzeit musste er Miroslav Klose weiche, aber da war es schon zu spät.
Mario Gomez kehrte gegen Italien in die Startelf zurück, fand aber nie ins Spiel. Zur Halbzeit musste er Miroslav Klose weiche,...Foto: AFP

Vielleicht war es eine Umdrehung zu viel, die Joachim Löw rotieren ließ. Nachdem der Bundestrainer für das EM-Viertelfinale mit Erfolg drei offensive Wechsel vorgenommen hatte, so tat er das auch wieder. Seine drei personellen Überraschungen aus dem Griechenlandspiel (Klose, Schürrle, Reus) kassierte er wieder ein. Statt ihrer rotierten Podolski, Gomez sowie Kroos rein. Kroos war zwar in den drei Vorrundenspielen eingewechselt worden, aber in der Startelf gegen Italien hatte man ihn eher nicht erwartet.

Gerade seine Hereinnahme überraschte, weil auf der rechten Seite eher Müller oder eben Reus erwartet wurden, die abwechselnd dort überzeugt hatten und Spezialisten für diesen Job sind. Kroos hatte bisher in der Zentrale wahlweise Schweinsteiger oder Khedira ersetzt. Auf der rechten Seite war 22-jährige erst einmal für Deutschland im Einsatz. Im WM-Halbfinale gegen Spanien wurde er eingewechselt.

Doch es lag nicht an Kroos, der in einer schwachen ersten Halbzeit der Löw-Elf noch der auffälligste Spieler war. Vielmehr war es die Taktik der Italiener, mit der die Deutschen nicht zurecht kamen, oder aber Löws Wechsel keine Antwort waren. Löws Kollege Prandelli operierte mit fünf offensiven Spielern, die sehr tief in der deutschen Hälfte standen, die restlichen fünf standen ganz bewusst sehr tief in der eigenen Hälfte. So klaffte im Zentrum des Spiels eine Lücke. Prandelli wollte das Geschehen auseinander reißen, damit die Deutschen nicht zu ihrem gewohnten Aufbauspiel zwischen eng stehenden Linien kommen konnten. Die deutsche Elf musste mit langen Bällen operieren, was sie nicht kann.

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Die deutschen Spieler in der Einzelkritik
Sie spielten gegen Italien. Oben: Badstuber, Neuer, Kroos, Hummels, Gomez, Khedira, Boateng (v. l.). Unten: Lahm, Podolski, Schweinsteiger, Özil (v.l.)Weitere Bilder anzeigen
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28.06.2012 23:09Sie spielten gegen Italien. Oben: Badstuber, Neuer, Kroos, Hummels, Gomez, Khedira, Boateng (v. l.). Unten: Lahm, Podolski,...

Löw reagierte zur Halbzeit, diesmal kassierte er zwei Drittel seines Dreierwechsels wieder ein. Für Gomez kam Klose und Reus für Podolski. Kroos wanderte auf die linke Seite Podolskis, Reus nahm seine rechte Seite ein. Vor allem aber mühte sich das deutsche Team, die Lücken zu schließen, also eine Verbindung zwischen den Linien herzustellen. Das gelang, zumindest besser als im ersten Durchgang. Die deutsche Elf ließ sich weniger das Spiel der Italiener aufzwängen, sondern agierte mehr. Sie lief den Freiraum im Mittelfeld zu, doch ihr Spiel blieb fehlerhaft.

Die beiden zentralen Spieler Khedira und Schweinsteiger bekamen keine Ordnung ins Spiel. Zudem unterliefen den Innenverteidigern immer wieder Stellungsfehler. Aber gerade in diesem Mannschaftsteil hatte es im gesamten Turnierverlauf wegen eines gesperrten Spielers (Boateng) nur einen Wechsel gegeben.

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