Sport : London ist schon jetzt bereit Olympiachef Coe spricht von fertigen Sportstätten

Berlin - Die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in London laufen fast ein Jahr vor der Eröffnung nach Plan. „Wir sind weit, aber nicht zu weit. Es wäre auch gefährlich, zu weit vorne zu sein“, erklärte Sebastian Coe, Präsident des Organisationskomitees. Der 1500-Meter-Olympiasieger von 1980 und 1984 denkt aber auch über die Zeit nach den London-Spielen nach: Der 54-jährige Brite ist nicht abgeneigt, 2015 Nachfolger von Lamine Diack, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, zu werden.

„Ich sage es ohne Besorgnis: Wir haben noch viel Arbeit zu tun“, sagte Coe rund 13 Monate vor den London-Spielen (27. Juli bis 12. August). „Die Wettkampfstätten sind fertig. In wenigen Wochen werden sie übergeben und können getestet werden.“ Nach dem Tod von Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden sieht er keinen Anlass, das Sicherheitskonzept für die Sommerspiele 2012 gravierend zu verändern. „London wird alles tun, was notwendig ist, damit die Spiele sicher sein werden. Das Sicherheitskonzept muss ständig verändert werden und auf die verschiedenen Anforderungen reagieren“, erklärte Coe.

Der frühere Weltklasseläufer glaubt, dass die Leichtathletik trotz sinkenden Fernsehinteresses weiter die Nummer eins bei Olympia sein wird. „Ich denke ja. Leichtathletik und Olympische Spiele sind immer noch ein Synonym – unabhängig von TV und Marketing“, sagte er.

Loyal verhält sich IAAF-Vizepräsident Coe zu seinem Präsidenten Lamine Diack. Der 77 Jahre alte Senegalese kandidiert beim Kongress im August erneut für das Spitzenamt, obwohl die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen ihn wegen Korruptionsverdachts ermittelt. „Er will wiedergewählt werden und er sollte wiedergewählt werden“, sagte Coe. „Er war immer sehr generös zu mir und versteht, dass ich mich jetzt auf viele andere Dinge konzentrieren muss, auch auf einen großen Leichtathletik-Wettbewerb in London.“

Der frühere Mittelstrecken-Weltrekordler schließt eine Kandidatur für das IAAF-Präsidentenamt 2015 nicht aus. „Vielleicht. Es ist aber nicht meine Absicht, jetzt darüber nachzudenken“, sagte er. „Ich bin erst der Gastgeber der Olympischen Spiele, aber ich habe noch produktive Jahre vor mir. Ich will diese produktiven Jahre im Sport verbringen. Und die Leichtathletik ist mein Sport.“

Sein Gegenspieler in der IAAF ist der ukrainische Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka. Er gilt als gewiefter Strippenzieher und ist schon erster Vizepräsident der IAAF. Im Hintergrund soll Bubka schon Wahlkampf betreiben. „Ich weiß davon nichts. In den Stunden, in denen ich wach bin, denke ich nicht an so etwas“, sagte Coe. „Ich habe nicht den Luxus, über diese Gerüchte und dieses Geschwätz nachzudenken.“ dpa

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