London-Marathon : Gebrselassie gegen Tergat

London wird am Sonntag wieder zum Marathon-Mekka. Die Besetzung lässt bei den Männern kaum Wünsche offen - eine ähnliche Ansammlung von Stars wird es in diesem Jahr kaum noch einmal geben.

London - Im Mittelpunkt steht vor allem das Dauerduell zwischen Weltrekordler Paul Tergat aus Kenia und Haile Gebrselassie aus Äthiopien, die sich viele Jahre auf der Bahn packende Zweikämpfe geliefert haben. Seit 2003 in Berlin steht der Weltrekord von Tergat über die klassische Distanz von 42,195 km bei 2:04:55 Stunden. Eine neue Bestmarke würde in London 125.000 US-Dollar Extraprämie bringen.

Obwohl der Kurs schnelle Zeiten zulässt, rechnet Tergat nicht mit einer Steigerung. "Ich glaube nicht, dass der Weltrekord fallen wird", sagte der inzwischen 37-jährige Kenia-Läufer. Sein Dauerrivale Gebrselassie würde dem Kenianer nur zu gerne den Weltrekord abjagen, doch in bisher fünf Versuchen ist ihm das bisher nicht gelungen. "Wenn ich es schaffen würde, einmal in London zu gewinnen, würde ich mir vorkommen, als wäre ich gerade Weltmeister geworden", sagte Gebrselassie.

Männerfeld gespickt mit Top-Läufern

Zwei Mal hat er bereits vergeblich einen Anlauf zum Sieg in London genommen: 2002 wurde er Dritter, im vergangenen Jahr sogar nur Neunter. "Das war das schlechteste Resultat meiner gesamten internationalen Karriere", sagte Gebrselassie, der seine Bestzeit von 2:05:56 Stunden im Vorjahr als Sieger des Berlin-Marathons gelaufen ist. Lange lag der kleine Äthiopier dabei auf Weltrekordkurs, ehe ihn in der Endphase bei Gegenwind die Kräfte verließen.

Neben dem namhaften Duo werden weitere Top-Läufer unter den rund 35.000 Teilnehmern an der Sternwarte von Greenwich an den Start gehen. Dazu gehören Athen-Olympiasieger Stefano Baldini (Italien) und Khalid Kahnnouchi (USA), der 2002 mit 2:05:38 Stunden einen Weltrekord in London aufgestellt hatte. Mit Vorjahressieger Felix Limo (Kenia) und dem Gewinner des New-York-Marathons, Marilson Gomes dos Santos (Brasilien), ist weitere Prominenz vertreten.

Frauenrennen völlig offen

Nach der verletzungsbedingten Absage der Marathon-Olympiasiegerin von Athen, Mizuki Noguchi (Japan), ist das Frauenrennen völlig offen. Mit der schnellsten Zeit geht die Chinesin Chunxiu Zhou an den Start (2:19:51). Unter acht weiteren Athletinnen, die schon unter 2:23 gelaufen sind, scheinen besonders die Äthiopierinnen Berhane Adere und Gete Wami gute Chancen auf die Siegprämie von 55.000 Dollar zu haben.

London bildet zusammen mit Boston, Chicago, New York und Berlin die World Marathon Majors (WMM). Bei dieser Zwei-Jahres-Serie, zu der auch noch die WM-Rennen dieses Jahr in Osaka hinzukommen, teilen sich die beiden Sieger eine Million Preisgeld. Boston-Sieger Robert K. Cheruiyot (Kenia), der schon drei WMM-Rennen gewinnen konnte und 75 Punkte auf dem Konto hat sowie Jelena Procopcuka (Lettland) als Siegerin im Vorjahr in New York und Zweite von Boston mit 55 Zählern führen diese Wertung an. Zur Wirtschaftskraft von insgesamt über 400 Millionen Dollar kommt die Serie jährlich auch auf 80 Millionen Dollar an Spenden für die jeweiligen Charity-Partner. (Von Tomas York, dpa)

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