• Lothar Matthäus: Immer einsamer in Manhattan - Der Rekordnationalspieler will nie mehr für die MetroStars spielen

Sport : Lothar Matthäus: Immer einsamer in Manhattan - Der Rekordnationalspieler will nie mehr für die MetroStars spielen

Lothar Matthäus wird immer einsamer in Manhattan. Er kämpft in New York um ein ehrenhaftes Ende seiner Karriere, mittlerweile aber sitzt der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler zwischen allen Stühlen. Matthäus will für die MetroStars nie mehr spielen und hat seinen US-Manager Brian Eylert beauftragt, den mit einer Million Dollar dotierten Vertrag aufzulösen, "damit endlich das unwürdige Theater vorbei ist und alle wieder ruhig schlafen können". Doch die Amerikaner lassen den Weltmeister von 1990 nicht weg.

Ein für Mittwoch angesetztes Treffen mit der Klub-Führung fiel aus. MetroStars-Manager Nick Sakiewicz zeigte sich ungerührt. "Erst muss Lothar wieder fit werden, dann sehen wir weiter. Er muss sich seinen Platz erkämpfen", sagte er: "Wir warten jetzt darauf, wann Lothar sein Comeback geben kann. Das wird sicher noch bis Anfang oder Mitte August dauern. Und wenn die Verletzung bis dahin nicht ausgeheilt ist, kann er ja immer noch zurücktreten."

Laut Matthäus-Manager Eylert soll das ewige Hickhack allerdings schon heute auf einem Gipfeltreffen in New York beendet werden. "Wir werden uns mit allen wichtigen Personen der MLS und der MetroStars an einen Tisch setzen, um das Thema abzuschließen", erklärte Eylert.

So einfach aber kommt Matthäus nicht weg, auch wenn er eine Zusammenarbeit mit Trainer Octavio Zambrano ("Er hat sich nicht an Absprachen gehalten und meinen Namen beschmutzt") für die Zukunft ausgeschlossen hat. Die Situation ist vertrackt, in erster Linie freilich geht es wie immer ums Geld. Der 39-Jährige ("Ich verzichte auf nichts") besteht auf seiner Jahresgage in Höhe von umgerechnet 2,1 Millionen Mark, sein Vertragspartner aber ist nicht der Verein, sondern die MLS - und die will den deutschen Star halten.

MLS-Chef Don Garber jedenfalls lobte Matthäus trotz des Theaters mit den MetroStars in den höchsten Tönen. "Ich würde es wieder tun. Lothar war ein riesiger Erfolg für die MLS, weil wir damit gezeigt haben, dass wir große Namen in diese Liga holen können", erklärte Garber gegenüber "USA Today". Die Kontroverse um den deutschen Star sah Garber sogar positiv: "Das hält die MLS nur in den Schlagzeilen." Matthäus wird das Lob gern hören, dennoch scheint das Kapitel Amerika für ihn abgeschlossen. Verärgert zeigte sich der Franke vor allem über die Angriffe von Octavio Zambrano, der ihm mangelnde Einstellung vorgeworfen hatte. "Das hat mir in 21 Profijahren noch niemand gesagt", klagte Matthäus: "Der Trainer hat mich kaltgestellt. Mit ihm kann es keine Zusammenarbeit mehr geben."

Auch finanziell war der 150-malige Nationalspieler zu keinerlei Zugeständnissen mehr bereit. "Ich versuche das, was mir bis zum Vertragende im November zusteht, auch bei Auflösung des Vertrages mitzunehmen", erklärte Matthäus.

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