Sport : Lothar wieder heiß begehrt

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Klaus Rocca über das Werben

Partizan Belgrads um Trainer Matthäus

Wohl dem, der so begehrt ist wie unser Loddar. Gleich mehrere Klubs reißen sich um unseren RekordNationalspieler. Sagt er. Und wenn Lothar Matthäus was sagt, dann muss es stimmen. Wie hingen wir doch einst an seinen Lippen, wenn er ohne Atempause Elementares über Gott und den Fußball deklamierte. Nun sehnen die in Belgrad sein Ja-Wort herbei. Partizan hat ihn erkoren. Doch wer so viele Angebote hat, der kann sich Zeit lassen.

Dass man Matthäus zuletzt in Wien keine Zeit ließ, hat uns betrübt. Hätte man ihm mehr Zeit gegeben, hätte er es allen gezeigt, was in ihm steckt. Stattdessen jagte ihn Rapid Wien nach nur 245 Tagen von dannen. Gewiss, Rapid war in seiner ersten Amtszeit als Trainer nach der schlechtesten Spielzeit der Vereinsgeschichte nur Achter geworden. Doch das war unserem Landsmann nun wirklich nicht anzulasten. Das hat man im Lande der Fiaker nun endlich auch eingesehen. Sonst hätte man ihm jetzt die 200 000 Euro Abfindung für die so ungerechte Entlassung bestimmt nicht gewährt.

In Belgrad, so er dem Werben nachgibt, soll nun also der wahre Erfolgstrainer Matthäus gekürt werden. Dass Partizan gerade in der Qualifikation zur Champions League mit insgesamt 1:6 Toren am FC Bayern scheiterte, will noch gar nichts besagen. Am ruhmreichen Klub von der Isar sind schon ganz andere gescheitert. Und irgendwelche Defizite Partizans, da gibt es keine Zweifel, wird unser Rekordler schnellstens beheben. Über Platz acht kann er schon jetzt nur lächeln – Belgrad ist Herbstmeister.

Einige werden mäkeln, Matthäus habe noch gar keine Trainerlizenz. Mag ja sein, doch die hat schließlich auch unser Kaiser, sein einstiger Weggefährte, nicht. Er wolle sie demnächst ablegen, hat Lothar versprochen. Natürlich in deutschen Landen, die ihm so viel verdanken. Dann wird er ganz gewiss auch die 300 000 Euro hinblättern, die er nach seinem Abschiedsspiel verschiedenen Organisationen als Spende zugesagt hatte. Im Mai vorigen Jahres.

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