Sport : Lotto statt Toto

Benedikt Voigt

wettet vorerst nicht mehr auf Rot-Weiß Oberhausen Am 24. Mai 1986 verschwand ein Satz aus dem Programm der ARD, den Generationen von Lottospielern lieb gewonnen hatten: „Der Aufsichtsbeamte hat sich vor der Ziehung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgeräts und der 49 Kugeln überzeugt.“ Doch der Verzicht auf diese Aussage bedeutet nicht, dass es bei Ausspielen der Lottozahlen nicht mehr ordnungsgemäß zugeht. Ein Ziehungsleiter überwacht den gesamten Ablauf und schaltet sich bei Pannen sofort per Mikrofon und Kamera ein. Nun stellt sich die Frage, ob es bei Fußballwetten in Deutschland ebenso transparent zugeht.

Dem deutschen Fußball droht ein Wettskandal, wenn sich der Verdacht gegen Spieler des Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen bestätigt, die 0:2-Niederlage bei Erzgebirge Aue absichtlich herbeigeführt zu haben. Zwei Stunden vor dem Spiel hatten die Wettbüros ungewöhnlich hohe Einsätze festgestellt und diese Wette aus dem Programm genommen. Anschließend verlor Oberhausen durch ein Eigentor und einen Elfmeter. Oberhausen und Aue bestreiten den Vorwurf der Manipulation vehement. Oberhausen hat sogar eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Doch der Deutschen Fußball-Bund tut gut daran, den Vorwurf besonders ernst zu nehmen. Nichts erschüttert den Fußball mehr, als der bloße Verdacht, dass der Ausgang eines Spiels abgesprochen sei. Der DFB-Kontrollausschuss untersucht den Fall. Man sollte Oberhausen aufgrund von Gerüchten jetzt nicht vorschnell verurteilen. Trotzdem gibt es gegenwärtig einen Grund mehr, lieber Lotto statt Toto zu spielen.

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