Sport : LTTC Rot-Weiß: Zwischen Musik und lautem Stöhnen

Christian Hönicke

Es hat sich einiges geändert beim traditionsreichen Berliner Tennisklub LTTC Rot-Weiß. Während draußen die Vorhände fliegen, summt drinnen im Pressezentrum ein Laptop. An der Wand hängen Fotos mit Legenden aus der guten alten Zeit. Zu hören ist Techno-Musik, unterbrochen durch Handyklingeln und Sprachfetzen der unterschiedlichsten Herkunft.

"International" ist das Stichwort an der Hundekehle. Ohne weiteres erschließt sich dem Betrachter nicht, dass hier die neue Saison der Zweiten Bundesliga mit dem Spiel der Gastgeber gegen den TC Grün-Weiß Siegburg beginnt. Ein Weißrusse und ein Schwede stehen sich gegenüber - das Bosman-Urteil hat in den Tennissport genauso Einzug gehalten wie anderswo. Auch am Applaus des größtenteils zurückhaltenden Publikums lassen sich Vertreter des lokalen Klubs, der schließlich mit x:x gegen Siegburg gewinnt, nicht ausmachen. Gemeinsam ist allen Protagonisten nur das obligatorische Aufstöhnen bei jedem Schlag. Passanten, die die Plätze wegen der hohen Hecken nicht einsehen können, fühlen sich durch die Geräuschkulisse zu Vergleichen genötigt: "Det is ja hier wie uff de Herbertstraße."

Keinen Deut leiser waren die Junioren, die ebenfalls auf der Anlage im Grunewald auf Bälle einschlugen. Nach neunjähriger Pause wurden am Sonntag die Berlin Junior Open reanimiert. Das traditionsreiche Turnier, das einst Größen wie Björn Borg oder Boris Becker als Sieger sah, soll nun wieder jährlich dem Nachwuchs als Sprungbrett auf die Profibühne dienen. Noch bis zum 21. Juli werden Mädchen und Jungen bis 18 Jahren um Punkte für die Juniorenweltrangliste kämpfen.

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