• Lucien Favre zur Fußball-EM 2016: Warum Frankreich gegen die Schweiz nicht Favorit ist

Lucien Favre zur Fußball-EM 2016 : Warum Frankreich gegen die Schweiz nicht Favorit ist

Frankreich und die Schweiz spielen am Sonntagabend und den Sieg in der Gruppe A. Unser EM-Experte Lucien Favre traut seinen Landsleuten dabei durchaus eine Überraschung zu.

Lucien Favre
Lucien Favre trainiert ab der kommenden Saison OGC Nizza, vorher schreibt er für uns noch Kolumnen zur EM.
Lucien Favre trainiert ab der kommenden Saison OGC Nizza, vorher schreibt er für uns noch Kolumnen zur EM.Foto: dpa

Auf diesen Sonntagabend freue ich mich ganz besonders. Schweiz gegen Frankreich – das ist für mich natürlich ein sehr spezielles Spiel. Ich habe den französischen Fußball schon immer sehr intensiv verfolgt und werde in der kommenden Saison für OGC Nizza arbeiten, aber als Schweizer steht mir meine Mannschaft natürlich sehr nahe. Für mich gibt es in diesem Spiel keinen Favoriten, und das ist schon mal ein großes Kompliment für die Schweizer. Sie hatten ein wenig Mühe, gegen die Albaner ins Turnier zu kommen. Am Ende war der Sieg verdient, aber ohne Yann Sommers großartige Paraden wäre es knapp geworden. Er spielt bei dieser Fußball-EM auf Weltklasse-Niveau.

Gegen Rumänien waren die Schweizer schon viel besser, auch wenn es nur zu einem 1:1 gereicht hat. Was fehlte, das waren die Tore. Aber immerhin kreieren sie die Chancen, das ist schon sehr positiv und war nicht immer so. Haris Seferovic steht bisher ein bisschen unglücklich da, weil er trotz bester Chancen noch nicht getroffen hat. Aber auch für ihn gilt: Er erarbeitet sich diese Möglichkeiten, das spricht für seine Qualität.

Ich gehe davon aus, dass die Schweiz am Sonntag auf Sieg spielen wird. Sie braucht diesen Sieg, um die Gruppe zu gewinnen, Frankreich genügt ein Punkt. Die Franzosen haben mich noch nicht total überzeugt. Sie suchen noch das richtige System. Antoine Griezmann ist es von Atlético Madrid gewohnt, in einem 4-4-2 zu spielen, in der Nationalmannschaft muss er sich in ein 4-2-3-1 oder ein 4-3-3 fügen. Auch Paul Pogba hat noch nicht seine Position gefunden. Man merkt ihm wie allen anderen an, wie groß der Druck bei dieser Europameisterschaft zu Hause ist.

Egal, Trainer Didier Deschamps wird diese Probleme lösen. Er hat viel Qualität im Kader und gerade in der Offensive viele Möglichkeiten. Kingsley Coman und Anthony Martial sind sehr gut im Spiel eins gegen eins. Und dann ist da noch Dimitri Payet, einer der bisher auffälligsten Spieler des Turniers. Mich überrascht das nicht. Ich kenne ihn ganz gut, er kann immer Tore schießen und hat in England große Fortschritte gemacht. Sein starker Fuß ist übrigens der rechte, aber das fantastische Siegtor gegen Rumänien hat er mit links gemacht.

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