Lübbecke - Füchse 29:33 : Die Routine siegt

Netter Ausflug zu den Nettelstädtern: Die Füchse Berlin übernehmen nach dem 33:29 in Lübbecke die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga.

Rainer Placke

Die Anwesenheit gewisser Personen sagt bisweilen viel über den Stellenwert eines Spiels aus, das war auch gestern Abend in der Stadtsporthalle Lübbecke der Fall. In den vergangenen Jahren hatte sich Bob Hanning die Ausflüge nach Ostwestfalen stets geschenkt, gestern blieb der Manager von Handball-Bundesligist Füchse Berlin dem Spiel seines Klubs jedoch nicht fern – schließlich bestritten die Berliner in Lübbecke das nominelle Spitzenspiel, der Vierte empfing den Tabellenzweiten, das war die Konstellation vor dem Anpfiff. Nach 60 spannenden Minuten hatte sie sich jedoch zu Gunsten der Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson verschoben. Gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke verwandelten die Berliner einen knappen Halbzeit-Rückstand (14:15) noch in einen Sieg – 33:29. Nach dem fünften Erfolg der noch jungen Saison übernehmen die Berliner damit zunächst die Tabellenspitze. Allerdings haben sie auch zwei Spiele mehr bestritten als ihre Verfolger Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel.

Von Beginn an war den Nettelstädtern das Selbstvertrauen des gelungenen Saisonstarts anzumerken, lediglich beim 4:5 lagen sie gegen den favorisierten Champions-League-Teilnehmer aus Berlin zurück. Weil sich die Ostwestfalen auch in der Folge insbesondere in der Defensive als sehr diszipliniertes Team erwiesen, konnten die 2500 Zuschauer in Lübbecke zwischenzeitlich sogar Drei-Tore-Führungen bejubeln (11:8, 13:10). Bis zum Seitenwechsel arbeiteten sich die Berliner aber wieder ran.

Nach der Pause agierte das Team von Dagur Sigurdsson im Angriff längst nicht mehr so statisch und nutzte zunächst eine kurze Überzahlphase, um das Spiel zu drehen. Nach dem Treffer zum 16:15 gaben die Füchse die Führung nicht mehr ab. Der TuS N-Lübbecke wehrte sich zwar verzweifelt, fand gegen ein routinierten Gegner aber nicht mehr zu seinem Tempospiel. Die Entscheidung fiel, als sich die Berliner von 21:20 (41.) auf 26:20 (45.) absetzen konnten. In dieser Phase glänzten Ivan Nincevic als Vollstrecker und Bartlomiej Jaszka auf der Spielmacherposition. Nincevic war mit neun Treffern, davon vier Siebenmetern, bester Torschütze der Berliner.

Lübbecke erlaubte sich in dieser Phase viele überhastete Abschlüsse, was die Füchse konsequent bestraften. Selbst ein verändertes Abwehrkonzept – die Gastgeber stellten auf eine offensive 5:1-Deckung um – bereitete den Berlinern keine Probleme. Bob Hanning dürfte den Ausflug nicht bereut haben.

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