Lüttich - Hamburg 1:3 : Das Finale rückt näher

Der Hamburger SV setzt sich im Viertelfinalrückspiel der Europa League mit 3:1 gegen Standard Lüttich durch und darf damit weiter vom Endspiel im eigenen Stadion träumen. Mann des Abends für den HSV war Mladen Petric, der die ersten beiden Hamburger Treffer erzielte.

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Seht her, wir leben noch. Mladen Petric bejubelt seinen ersten Treffer - und alle machen mit. -Foto: AFP

Dennis Aogo hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, er stand fast an der Seitenauslinie, als er flankte. Im Strafraum wartete Mladen Petric, umgeben von zwei Gegenspielern. Petric sprang ab, legte sich in der Luft auf den Rücken und traf den Ball mit einem herrlichen Fallrückzieher. Und dieser Schuss war unhaltbar. Der Hamburger SV hatte das 2:1 gegen Standard Lüttich geschossen, und damit stand schon in der 35. Minute so gut wie sicher fest: Dieser HSV steht im Halbfinale der Europa League, denn schon das Viertelfinal-Hinspiel war mit 2:1 gewonnen worden. In der letzten Minute traf dann auch noch Paolo Guerrero zum 3:1 und machte damit endgültig alles klar. Sollten die Hamburger noch den FC Fulham besiegen und ins Finale kommen, spielt er in vertrauter Umgebung: Das Endspiel findet in Hamburg statt.

Standard Lüttich, das in den vergangenen zwölf Europaokal-Spielen im eigenen Stadion nur eine Niederlage kassiert hatte, war einfach nicht stark genug, um den engagierten Gegner zu gefährden. Damit hat sich HSV-Trainer Bruno Labbadia, der in der Kritik steht, eine Atempause verschafft. Schon in den ersten Minuten bestimmte der HSV das Spiel. Aogo flankte bereits in der dritten Minute gefährlich, doch in der Mitte war niemand, der den Ball verwerten konnte. Erst in der zehnten Minute wurde Frank Rost im Hamburger Tor zum ersten Mal geprüft. Einen plazierten Schuss von Carzela-Gonzales wehrt er mit einer Parade ab. Lüttich wurde nun zwar druckvoller, überzeugte aber spielerisch wenig. Die Gastgeber leisteten sich zu viele Fehler im Aufbau.

Dann kam der erste große Auftritt von Petric. Diesmal flankte Ze Roberto von links, Lüttichs Torhüter Bolat verschätzte sich, und Petric konnte aus kurzer Entfernung zum 1:0 einköpfen. Lüttich musste nun stärker kommen und machte mehr Druck. In der 31. Minute stand Mbokani nach einem Freistoß frei vor Rost, doch der HSV-Keeper konnte abwehren. Vier Minuten später nicht mehr. Wieder Freistoß, diesmal war de Camargo frei, Kopfball, 1:1 - allerdings aus Abseitsposition.

Lüttich fehlen die Mittel

Die Fans von Standard Lüttich, berüchtigt für ihre aggressiven Unterstützung im eigenen Stadion, wurden jetzt noch engagierter. Doch nur drei Minuten später sorgte Petric mit seinem wunderschönen zweiten Tor für die Vorentscheidung. Die Atmosphäre auf den Rängen und auf dem Platz wurde zunehmend aggresssiver. Kurz vor der Pause wurde ein Torschiedsrichter von einem Gegenstand getroffen, dann schubste de Camargo HSV-Keeper Rost nach einem Gerangel um.

Der Hamburger Torhüter verhinderte in der 60. Minute durch eine glänzende Parade den Ausgleich, nachdem Mbokani aus fünf Metern geschossen hatte. Die Belgier hatten bis dahin allerdings kaum nennenswerte Torchancen. Erst nach Mbokanis Chance wurde Standard noch einmal stärker, allerdings war der Erfolg überschaubar. Echte Chancen hatten die Gastgeber kaum.

In der 66. Minute kam Guerrero für Mladen Petric aufs Feld. In der Europa League kann der Peruaner ja noch spielen. In der Bundesliga dagegen ist für ihn die Saison beendet. Der 26-Jährige, der nach der Partie gegen Hannover 96 einen pöbelnden Fan mit einer vollen Trinkflasche beworfen hatte, ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes für fünf Meisterschaftsspiele gesperrt worden. Außerdem muss er 20.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Schon vom HSV ist er vereinsintern zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Umsomehr freute er sich dann über seinen Treffer in der Nachspielzeit. (Tsp)

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