Luftgewehrschützin Manuela Schmermund : Gleich ein Volltreffer

So lange wie bei Olympia musste das deutsche Team bei den Paralympics nicht auf eine Medaille warten – dank Luftgewehrschützin Manuela Schmermund.

Dominik Prüfer
Startschuss. Luftgewehrschützin Manuela Schmermund gewann mit Silber die erste deutsche Medaille bei den Paralympics in London.
Startschuss. Luftgewehrschützin Manuela Schmermund gewann mit Silber die erste deutsche Medaille bei den Paralympics in London.Foto: dapd

Schützin Manuela Schmermund sicherte gleich am ersten Wettkampftag eine Silbermedaille für das deutsche Team. Sie musste sich nur der Chinesin Zhang Ciuping geschlagen geben. Doch leicht war es nicht.

Das Finale dauerte zwar nicht lange. Für Manuela Schmermund waren es jedoch 20 lange und äußerst anstrengende Minuten. „Mir tut jeder Knochen weh, und ich bin völlig k.o., aber mehr als glücklich. Vor allem nach dem Vorkampf“, sagt die 40-Jährige aus dem hessischen Niederaula. Mit einer Medaille hatte nach Platz sieben im Vorkampf niemand mehr gerechnet. „Für uns war der Finaleinzug das Ziel“, begründet dies der Bundestrainer Uwe Knapp im Nachhinein. Denn seit Schmermunds Silbermedaille von Peking vor vier Jahren ist die internationale Spitze enger zusammengerückt.

Nur nicht auf den letzten Platz zurückfallen – das war Schmermunds Devise. Dabei steigt normalerweise die Anspannung und Nervosität, wenn sie merkt, dass sie näher an die Medaillenränge herankommt. „Ich habe versucht, das völlig auszublenden. Und während der Hallensprecher die aktuellen Ergebnisse verkündet hat, habe ich mir selbst Geschichten erzählt“, erklärt sie ihr „Erfolgsgeheimnis“. Welche Geschichten das waren, will Manuela Schmermund nicht verraten. „Ich wollte mich einfach nur ablenken“, ergänzt sie mit einem Lächeln. Der Bundestrainer hat eine etwas andere Erklärung: „Manuela hat da einfach ihre ganze Routine ausgespielt.“

Luftgewehrschützin Manuela Schmermund
Luftgewehrschützin Manuela SchmermundFoto: dpa

Aber trotz aller Routine und Erfahrung, wie groß die Anspannung schlussendlich doch war, sah man, nachdem der letzte Schuss gefallen war. Da lagen sich dann Trainer und Athletin freudig in den Armen. „Es war hier härter als in Peking, und obwohl ich schon so lange schieße, war ich nervös wie beim ersten Mal“, beschreibt die Hessin ihren Wettkampf. Trotzdem möchte sie keine Wertung abgeben, welche Silbermedaille sich besser anfühlt. „Ich finde alle meine Medaillen gut. Diese fühlt sich allerdings schwerer an, aber nur vom Gewicht“, sagt die Schützin.

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