Sport : Luizao fährt nicht nach Dortmund Hertha verzichtet im ersten

Spiel auf den Brasilianer

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Berlin. In der Mannschaftskabine fiel am Nachmittag die Entscheidung: Luizao bleibt in Berlin. Hertha BSC tritt somit heute Abend beim Saisonauftakt der Fußball-Bundesliga bei Borussia Dortmund (20 Uhr, live auf Sat 1 und Premiere) ohne den neuen Stürmer aus Brasilien an. Trainer Huub Stevens hat Luizao aus dem Kader gestrichen, da dessen Landsmann Alex Alves seine Adduktoren-Probleme überstanden hat und wieder voll mittrainieren konnte. Zudem sei Luizao „noch nicht in der Form, wie wir uns das wünschen“, sagte Stevens. Luizao wird am Wochenende in Berlin bleiben und mit Herthas Konditionstrainer Carsten Schünemann ein spezielles Fitnessprogramm durchziehen. Schnellkraft. Sprints. Ausdauer. Das Spiel kann er sich im Fernsehen angucken.

Trainer Stevens gehen so langsam die Spieler aus. Mittelfeldspieler Thorben Marx ist zwar mitgeflogen, plagt sich jedoch mit einer Muskelverhärtung herum. Marko Rehmer, Stefan Beinlich, Denis Lapaczinski, Dick van Burik und Eyjölfur Sverrisson fallen weiterhin aus, weil sie noch nicht fit sind. Damit fehlen Stevens immerhin fünf wichtige Spieler in Dortmund. Und: Nené fährt zwar zum Flughafen, steigt aber in eine Maschine nach Brasilien. „Er soll sich den Stempel für seinen Spielerpass holen“, sagt Stevens. Nené hat noch keine Freigabe vom brasilianischen Verband erhalten, geschweige denn eine Arbeitserlaubnis. In Brasilien wird Nené nun die letzten Details klären. Auch er fehlt somit heute Abend im Westfalenstadion.

In Dortmund werden nun wohl Josip Simunic und Arne Friedrich in der Innenverteidigung der Viererkette spielen, auf den Außenpositionen Michael Hartmann und Andreas Schmidt. Im Tor ist Gabor Kiraly gesetzt. Das hat Trainer Stevens bekannt gegeben. Mehr Details aber verrät er nicht: „Wer gekommen ist, um von mir die Aufstellung zu erfahren, den muss ich enttäuschen.“ Dennoch: Alves wird wohl in Dortmund als einzige Spitze auflaufen. Eine Alternative wäre Michael Preetz. Doch als Stevens gestern mit Alves und Spielmacher Marcelinho Standardsituationen üben ließ, trainierte Preetz in einer anderen Gruppe.

Michael Preetz droht die Verbannung auf die Ersatzbank. Eine merkwürdige Situation. Preetz wurde gerade erst von Stevens zum Mannschaftskapitän ernannt. „So etwas heißt aber nicht, dass ich ein Anrecht darauf habe, immer zu spielen“, sagt Preetz. Aber: „Der Trainer hat auch mit mir nicht über die Mannschaftsaufstellung gesprochen.“ Für Preetz ist es die letzte Saison, er wechselt in einem Jahr ins Management des Klubs. Einfach werden die letzten Monate seiner Karriere nicht. Ist Luizao fit, wird der Brasilianer spielen. Auch Alves hat bislang einen guten Eindruck hinterlassen. Warum hat Stevens dann Preetz zum Mannschaftskapitän ernannt? Der Trainer sagt: „Ein Kapitän muss nicht immer auf dem Platz stehen. Er kann seine Funktion auch in der Kabine und im Umfeld wahrnehmen.“

Bei Stevens Vorgänger Jürgen Röber wussten die Spieler in der Regel schon donnerstags, wer spielen würde. Stevens sagt: „Ich werde die Mannschaft rechtzeitig bekannt geben. Jedoch erst am Spieltag.“ Bei den Dortmundern sieht es übrigens nicht viel besser aus: Nachdem feststand, dass Giuseppe Reina, Heiko Herrlich, Christian Wörns und Marcio Amoroso verletzt ausfallen würden, hat sich nun auch Lars Ricken einen Muskelfaserriss zugezogen.André Görke

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