Lukas Podolski : Verspätete Erscheinung

Kölns Manager Michael Meier zweifelt kaum noch an Lukas Podolskis Rückkehr - im Sommer. Allerdings sind die Kölner bei der Ablösesumme auf die Kooperationsbereitschaft des FC Bayern angewiesen.

Frank Hellmann[Belek]
Podolski am Ziel: Hoeneß stellt Ampel für Köln-Rückkehr auf Grün
Kölns Fans dürfen hoffen. Alles spricht für eine Rückkehr von Lukas Podolski.Foto: dpa

Es ist wunderbar, welch harmonierendes Kollektiv der 1. FC Köln bilden kann. Zumindest in den langen Phasen des Übungsbetriebs, in denen Roland Koch das Wort führt. So war es dem kauzigen Kotrainer von Christoph Daum vorbehalten, am Montag auf der schicken Sportanlage eines 300 Millionen Euro teuren Hotelkomplexes in Belek die Eröffnungsansprache zu halten. Koch ließt die Kicker aus 17 Nationen einen Kreis bilden, mit den Fingern schnippen und in die Hände klatschen. Dann rief der Mann mit der weißen Schirmmütze: „Ein Powerklatschen auf den 1. FC Köln.“ Die Spieler mussten den Satz wiederholen, was nicht nur lustig aussah, es klang auch ulkig. Amüsanter wäre nur noch gewesen, die Profis hätten gerufen: „Ein Powerklatschen auf Lukas Podolski.“

Fixsumme plus Ablösespiele plus Abstellgebühren

Der verlorene Sohn spielt selbst an der türkischen Riviera die Rolle eines Phantoms, dessen wahrhaftes Erscheinen unmittelbar bevorsteht. Dafür allerdings wird man sich bis zum Sommer noch gedulden müssen. Manager Michael Meier erklärte: „Wir werden die Rückrunde ohne Lukas Podolski bestreiten.“ Aber die nächste Saison mit dem 23-Jährigen, daran ließ Meier kaum einen Zweifel. Zwar habe er definitiv keinen Trip für Verhandlungen nach München geplant, doch das Handy ist für einen Anruf von Bayern-Manager Uli Hoeneß empfangsbereit. „Man muss einfach anerkennen, dass sich die Familie Podolski in der Stadt nicht wohl fühlt.“ Diesen „emotionalen Argumenten“ müsse man in München nachgeben. Woran hakt es dann? „Materiell sind es keine Kleinigkeiten, wir sind auf die Hilfe und Kooperationsbereitschaft der Bayern angewiesen.“ Meier dementiert die Meldungen nicht, wonach der Aufsteiger nicht einfach zehn oder elf Millionen überweisen kann. Stattdessen hat er ein Paket geschnürt, das etwa 7,5 Millionen Euro Fixsumme, die Überlassungen von 15 Länderspielabstellungen á 40 000 Euro und zwei Ablösepartien zur Garantiesumme von je einer Million vorsieht. 

Ümit Özat kehrt ins Training zurück 

Ansonsten empfiehlt Meier dem Kollegen Hoeneß, einfach den Kontrakt mit dem Kölner Vorkaufsrecht zu lesen, „diese Zeit sollten wir Uli lassen, der Vertrag ist ja weder in Kölsch noch auf Bayrisch verfasst.“ Die Stichelei gehört wohl zum Geschäft. Meier sagte süffisant: „Es ist ja eine spezielle Situation, dass ein Spieler so klar seine Vorliebe zum 1. FC Köln artikuliert.“ Eine Klaviatur, die auch Daum bediente. „Man muss sich das einmal vorstellen: Da will ein Nationalspieler vom FC Bayern zum 1. FC Köln, da setze ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten voll für ein.“ Podolski werde nämlich, so Daum, „unsere absolute Führungsfigur – er wird das Gesicht des 1. FC Köln prägen.“ Und weiter: „Mit seiner menschlichen und charakterlichen Seite wird er hier alle überzeugen.“ Daum schwadronierte so überschwänglich, als fliege der Prinz mit dem nächsten Charterflug in Antalya ein. Eine Vision, Fakt ist vielmehr, dass sich Ümit Özat, der am Herz erkrankte türkische Kapitän, zur Rückkehr ins Training angekündigt hat. Donnerstag soll er vielleicht schon mit den Kollegen im Kreis klatschen.

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