Sport : Lukas und Per warten schon Özil vor Wechsel von Madrid nach London

Weiß war gestern. Mesut Özil trägt wohl bald ein anderes Trikot. Foto: dpa
Weiß war gestern. Mesut Özil trägt wohl bald ein anderes Trikot. Foto: dpaFoto: dpa

München - Eigentlich hätte es an diesem Montag ja um Österreich gehen sollen und um die Faröer Inseln, die nächsten Gegner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation also. Tatsächlich dominierte im Teamquartier des DFB in der Münchner Innenstadt aber ein ganz anderes Thema: die Personalie Mesut Özil. Der Wirbel und die Gerüchte um den offenbar bevorstehenden Wechsel des Nationalspielers rückte die womöglich vorentscheidenen Qualifikationsspiele in den Hintergrund. Es ging schließlich um die Zukunft Özils auf Vereinsebene. Wie diverse internationale Zeitungen übereinstimmend berichteten, sollte der Spielmacher am letzten Tag der Sommer-Wechselfrist von seinem bisherigen Arbeitgeber Real Madrid zu Arsenal London transferiert werden. Von 50 Millionen Euro Ablöse war die Rede – damit würde Özil zum teuersten deutschen Fußballspieler aufsteigen. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe stand die finale Bestätigung seitens der beteiligten Klubs allerdings noch aus.

Real Madrid hatte sich nach der spektakulären Verpflichtung des Walisers Gareth Bale für 100 Millionen Euro zuvor bereits vom ehemaligen Weltfußballer Kaká getrennt, der künftig wieder für seinen Ex-Klub AC Mailand aufläuft. Offenbar plant man in der spanischen Hauptstadt trotz des bis 2016 laufenden Vertrags auch nicht mehr mit Özil.

Bundestrainer Joachim Löw war einer der Ersten, der vom überraschenden Arbeitsplatzwechsel Özils erfahren hatte. Der 47-malige Nationalspieler Özil durfte nach Rücksprache mit Löw später zum DFB-Team anreisen, das sich bis zum Mittag im Teamhotel versammelte. Özil hatte zunächst verständlicherweise andere Dinge im Kopf als die für den Nachmittag angesetzten Marketing-Termine der Nationalmannschaft.

Dass der ehemalige Schalker Özil womöglich in Zukunft mit seinen Nationalelf-Kollegen Lukas Podolski und Per Mertesacker zusammenspielen würde und damit auch – wie im Vorjahr mit Real Madrid – schon wieder in der Champions League auf Borussia Dortmund treffen würde, hatte offenbar niemand erwartet. „Das habe ich noch gar nicht gehört“, sagte Chelsea-Profi André Schürrle bei seiner Ankunft am Teamhotel. „Der letzte Transfertag ist ein Tag, an dem viel passieren kann“, meinte er.

Özil hatte noch vor wenigen Tagen bei einem Sponsoren-Termin in Madrid mit Nachdruck bekräftigt, trotz des sich abzeichnenden Rekordeinkaufs des Walisers Bale in Madrid bleiben zu wollen. „Das ist sicher“. Vor Bale oder anderen Neuen wollte Özil nicht flüchten: „Ich gehe in meine vierte Saison bei Real. Ich habe mich immer durchgesetzt, weil ich genau weiß, was ich kann. Und ich werde mich auch in dieser Saison durchsetzen“, hatte er erklärt.

Vielleicht hat in den letzten Tagen ein Umdenken eingesetzt. Am Sonntag ließ Reals neuer Trainer Carlo Ancelotti den deutschen Spielmacher beim 3:1-Sieg gegen Athletic Bilbao 90 Minuten auf der Bank sitzen. Danach wurde der Deal mit dem bisherigen Tottenham-Star Bale verkündet, der am Montag in Madrid offiziell im Stadion vorgestellt wurde. „Verkauft Özil nicht“, hatten da noch tausende Real-Fans gefordert. Die Erfüllung oder Ablehnung dieses Wunsches musste auf jeden Fall im Laufe des Montagabends erfolgen. Tsp

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