Sport : Lust auf Tradition

Klassikerrennen beim Sommerfest auf der Trabrennbahn Karlshorst

Heiko Lingk

Berlin. Dem Berliner Trabrennsport steht heute ein Saisonhöhepunkt bevor: das Nikolai-Bersarin-Rennen. Es ist neben dem Großen Preis von Karlshorst das zweite große Rennen auf der Traberpiste an der Wuhlheide. In der mit 16 000 Euro dotierten Prüfung treten heute insgesamt 27 Sulkygespanne in drei Vorläufen an. Die zehn Besten qualifizieren sich für das Finale. Das Rennen, das bis 1989 vor allem von sowjetischen Pferden und Sulkypiloten beherrscht wurde, wird erstmals als Amateurfahren ausgetragen. Mit Jörg Hafer, der den Hengst Temporal und den Wallach Larome steuert, ist auch der deutsche Ranglistenerste dabei. Der Sportler aus Recklinghausen hat in diesem Jahr bereits 86 Rennen gewonnen.

Die besten Chancen besitzen dennoch die Berliner und Brandenburger Teilnehmer: Andre Pögel (Baruth) bringt mit Royal Evolution und mit Sacalo zwei frische Sieger in den Vorläufen an den Start. Besonders die Generalprobe mit Royal Evolution verlief vor zehn Tagen beeindruckend. Bei der Karlshorster Abendveranstaltung sprintete der sechsjährige Wallach sofort in Front und gewann auf der Zielgeraden mit sechs Längen Vorsprung vor den Gegnern. „Er war völlig überlegen, und ich traue ihm aufgrund dieser Leistung heute den Gesamtsieg zu“, sagte Pögel. Zum härtesten Konkurrenten könnte der Mariendorfer Amateur Andreas Drößler mit dem Hengst Marlando avancieren.

Die 13 Rennen umfassende Veranstaltung, zu der 10 000 Zuschauer erwartet werden, beginnt bereits um 11 Uhr mit einem großen Familienprogramm. Der erste Start erfolgt um 13.30 Uhr. Für den Bezirk Lichtenberg ein wichtiges Ereignis. Der Bersarin-Klassiker stellt den Kern des dreitägigen Karlshorster Sommerfestes dar. Die Hoffnungen der Lichtenberger Bürgermeisterin Christina Emmrich auf eine sportliche Aufwertung der 109 Jahre alten Piste bekamen unter der Woche allerdings einen entscheidenden Dämpfer: Quer durch alle Parteien legten sich die Abgeordneten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg am Mittwoch kompromisslos auf den Erhalt der Schwesterbahn in Mariendorf fest.

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