Sport : Lustlos bis zum Abpfiff

Eisbären unterliegen Düsseldorf blamabel 2:7

Frank Neusser[Düsseldorf]

Als alles vorüber war, knallte Pierre Pagé die Kabinentür zu. Er war stocksauer, der Trainer der Berliner Eisbären. Bevor er verschwand, hatte er noch grimmig erklärt: „Wir haben ohne Kampf und Körperkontakt gespielt.“ Das hatte gestern jeder der 6242 Zuschauer in der Düsseldorfer Eishalle an der Brehmstraße gesehen, die meisten natürlich sehr gern. Denn die DEG gewann in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) 7:2 ( 1:1, 4:0, 2:1) gegen den EHC Eisbären. Die Berliner haben damit ihren ersten Platz in der Tabelle verloren und treffen in den Play-offs nun auf Augsburg. „Das ist eine hungrige Mannschaft“, sagte Pagé.

Nur im ersten Drittel waren die Berliner besser. Doch selbst da erzielten die Düsseldorfer den ersten Treffer. Matt Herr schoss dem Berliner Torwart Olaf Kölzig den Puck über die linke Schulter. (7.) Der Eisbären-Keeper sah bei diesem Tor nicht gut aus. Doch die Berliner antworteten bald. Nur drei Minuten später erzielten sie durch Mark Beaufait den Ausgleich. Und die Eisbären machten weiter Druck, vergaben allerdings im ersten Drittel auch gute Chancen. In der 15. Minute zum Beispiel startete Beaufait ein Solo, umkurvte drei Düsseldorfer Spieler, scheiterte dann aber an DEG-Torhüter Trefilow.

In der Pause muss irgendetwas passiert sein, denn im zweiten Drittel präsentierten sich die Berliner absolut lustlos. Düsseldorf spielte nicht überragend, aber gegen diese Gäste war es kein Problem, Tor um Tor zu schießen. Pellegrims schoss das 2:1 (29.), Jung das 3:1 (30.), Vikingstad das 4:1 (32.) und erneut Pellegrims das 5:1 (37.) Zumindest bei zwei Treffern sah Kölzig schlecht aus. Beim Treffer von Jung ließ der NHL-Star den Puck über den Fanghandschuh rutschen. „Das war ganz klar mein Fehler“, sagte Kölzig. „Aber wir haben auch als Mannschaft nicht funktioniert. Das war ein ganz schlechtes Spiel. Wir müssen uns in den Play-offs dringend steigern.“ Nach dem 4:1 ließ sich Kölzig auswechseln. Für ihn kam Oliver Jonas. Auch im dritten Drittel blieben die Berliner lustlos. Der Treffer von Fairchild (43.) war Kosmetik. Für die DEG waren noch Tory und Reimer erfolgreich.

Nach dem Spiel wurde bekannt, dass DEG-Trainer Butch Goring den Klub verlässt. Beide Seiten konnten sich nicht über die Laufzeit eines neues Vertrages für den Coach einigen.

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