Sport : Mach mir die Lara Croft

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Markus Ehrenberg über

DauerSkispringen und Weitflug-Wetten

21 Stunden Skispringen im Fernsehen? Als wir das das erste Mal gehört haben, dachten wir: 21 Stunden am Stück, Tag und Nacht? Die von RTL müssen verrückt sein!

Nein, ganz so heftig kommt die 52. Vierschanzentournee nicht auf den Bildschirm. Montag geht’s los mit den 21 Stunden. RTL hat multimedial hochgerüstet wie nie zuvor, der Traditions-Wettbewerb findet aber auch in diesem Jahr nicht in einem Durchgang, sondern – naturgemäß – auf vier verschiedenen Schanzen, an vier Tagen plus Qualifikationen, statt. Aber wo früher die ARD mal einen Frühschoppen einlegte oder Vorspringen zusammenfasste, hält der Privatsender eisern drauf. 75 Millionen Euro hat RTL an den DSV für einen Fünfjahresvertrag überwiesen. Da muss den Marken Milka & Co. reichlich Gelegenheit gegeben werden, zwischen Startnummer 102 und Sven-Hannawald-Auftritt Werbe-Inseln zu buchen.

Egal. Freuen wir uns auf bunte, voll gepackte 21 Stunden. Immerhin ist Skispringen neben Formel1 und Fußball die populärste Sportart. Sagen die von RTL. So ganz scheint man dem Zauber der Sportart aber nicht zu trauen. Hannawaldfreie Minuten sollen mithilfe – eines Datenhandschuhs gefüllt werden. RTL-Experte Dieter Thoma will während der Übertragungen interaktiv in Computeranimationen eingreifen und dabei Kamerapositionen, Körperhaltung und Ablauf eines Sprungs verändern. Die Geburt des virtuellen Springers, perfekt wie Lara Croft. Sagenhaft. Bevor wir fragen, was Kommentator Günther Jauch in der computeranimierten Zeit macht, geben wir noch einen Tipp für die „Hanni-Weitflug-Wette“ im Internet bei betandwin.de ab. Wie weit springt Hannawald während der gesamten Tournee? Jedesmal so durchschnittlich 120 Meter, 21 Stunden Fernsehen … halt, wie viele Sprünge hat Hanni eigentlich?

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