Sport : Mach mit undmach es besser

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Robert Ide über die neue

Spardebatte im Berliner Sport

Irgendwie haben sie es schon geahnt. Am Wochenende protestierten 5000 Berliner Sportler gegen die Sparpolitik des Senats. „Wie lange noch, Herr Böger?“, fragten die Demonstranten in Richtung des Sportsenators. „Nur Wasserköpfe brauchen keine Bäder“, hieß es auf anderen Plakaten. Die Schließung von 14 Schwimmbädern, die Kürzung der Sportförderung um 50 Prozent innerhalb weniger Jahre, die immer wiederkehrende Spardiskussionen – das alles macht immer mehr Menschen wütend. Nun geht die Debatte in eine neue Runde, vielleicht in die entscheidende. Sparvorschläge aus der Finanzverwaltung stellen alles in Frage, was den Berliner Sport bisher ausgezeichnet hat: Die Sportförderung soll demnach komplett wegfallen, auch die Finanzhilfen aus Lottomitteln und die bislang kostenlose Nutzung der Turnhallen. Steht der Berliner Sport damit vor dem Ende?

Nein. Denn klar ist zunächst: In ihrer Gesamtheit werden diese Vorschläge nicht verwirklicht. Politisch wäre das kaum durchsetzbar, und wenn ja, dann wäre die Stadt nicht mehr wiederzuerkennen. Genau deshalb sind trotz des einsetzenden Geschreis der Lobbyverbände – auch des Landessportbundes – über das „Kaputtkürzen des sozialen Netzes“ auch versöhnliche Töne zu hören. Der Sport setzt weiter auf Kooperation. Es bleibt ihm auch nichts anderes übrig.

Inzwischen ist allen klar: Berlin muss noch mehr Geld einsparen, auch im Sport. Dabei ist der Landessportbund gefordert. Er muss eigene Vorschläge machen. Nur so kommt er wieder in die Offensive. Ein Anfang ist gemacht, ein kleiner. Mit so genannten Schlüsselverträgen übernehmen Vereine die Verantwortung für Sportstätten und senken damit die Betriebskosten. Ein Schwimmbad konnte auf diese Weise wiedereröffnet werden, ein zweites soll folgen. Hier beweist der Sport seinen Nutzen für die Allgemeinheit – und hat selbst etwas davon.

So sollte es weitergehen. Jeder Bereich muss überprüft werden. Die Zusatzhilfen für 20 Sportarten – über die grundsätzliche Förderung hinaus – sind nicht mehr bezahlbar. Leistungsschwache Sportler müssen – so weh es tut – aussortiert werden. Das ist Aufgabe des Sports. Nur so kann er pauschale Kürzungen in allen Bereichen verhindern. Denn eine Illusion sollte niemand mehr haben: Dass mit dem Sparen bald Schluss ist.

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