Sport : Mach’s gut, Kasachstan

Trainer Storck muss nach 0:3 gegen DFB-Elf gehen

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Almaty - An das Spiel gegen Deutschland wird sich Bernd Storck wohl noch eine ganze Weile erinnern. Zum einen, weil seine Kasachen gegen den großen Favoriten bei der 0:3-Niederlage am Dienstag eine durchaus respektvolle Leistung boten. Zum anderen, weil die Begegnung mit seinem Heimatland das letzte Pflichtspiel des 47-Jährigen als kasachischer Nationaltrainer war. Der nationale Fußballverband beendete die Zusammenarbeit mit seinem deutschen Nationaltrainer am Freitag. Der Coach habe die ihm gestellte Aufgabe nicht bewältigt und müsse deshalb seinen Posten räumen. Das sagte Verbands-Vizepräsident Viktor Katkow nach Angaben kasachischer Medien am Freitag in der größten Stadt Almaty. Zugleich lobte er, Storck habe die Mannschaft verjüngt und weiterentwickelt. Storcks Vertrag in der früheren Sowjetrepublik läuft nach zwei Jahren Ende Dezember aus und wird nicht mehr verlängert. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Schon direkt im Anschluss an das Spiel gegen die deutsche Elf in Astana hatte die Zeitung „Gazeta“ die Frage aufgeworfen: „Hat Löw Storck in den Rücktritt geschickt? Die Niederlage kann sich auf das weitere Schicksal von Trainer Bernd Storck auswirken, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft.“ So war es denn auch. Der ambitionierte kasachische Verteidigungsminister Adilbek Dschaksibekow, der zugleich Präsident des Fußball-Verbands ist, hatte von dem Trainer vier Punkte aus den ersten vier Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2012 gefordert. Gegen Belgien (0:2), Österreich (0:3) und die Türkei (0:3) hatte es wie gegen Deutschland aber weder zu einem Punkt- noch zu einem Torerfolg gereicht. In der Gruppe A ist Kasachstan zum Jahreswechsel Tabellenschlusslicht. Die Vorgabe sei schwer umzusetzen gewesen, meinte Storck. „Das Wichtigste ist die Mannschaft und nicht meine Person. Wir müssen Geduld haben in diesem Land“, hatte er noch am frühen Mittwochmorgen nach der Niederlage gegen das DFB-Team gesagt.

Der frühere Bundesligaprofi von Borussia Dortmund hatte viele jüngere Spieler eingebaut, darunter den in Kasachstan geborenen Heinrich Schmidtgal vom Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen. Der Verband aber sah sein ehrgeiziges Ziel gefährdet – die Qualifikation für die Europameisterschaft 2016. Das nächste Qualifikationsspiel der Kasachen für das Turnier 2012 steht Ende März an. Vielleicht darf Bernd Storck seinem Nachfolger dann zumindest noch ein paar Tipps für den Gegner mitgeben. Der heißt nämlich wieder Deutschland. dpa

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