Sport : Macht Minister zu Ordnern!

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Die Innenministerkonferenz hat gesprochen: Ordner in Fußballstadien sollen sich zertifizieren lassen. Man wolle ein Verfahren entwerfen, das den Vereinen helfen soll, qualifiziertes Personal von unqualifiziertem zu unterscheiden, um Ausschreitungen und Feuerwerk in den Kurven zu verhindern.

Es ist ein interessanter Punkt, den die Politik da anspricht. Bei all der lobenswerten Arbeit, die viele Ordner, teils ehrenamtlich, verrichten – es gibt auch Einzelfälle, in denen das Aufsichtspersonal dem harten Kern in der Kurve näher steht als der Vereinsführung. Beim Pokalspiel BFC Dynamo gegen Kaiserslautern in Berlin sollen Sicherheitsleute die Tore zum Gästeblock geöffnet und damit Randale erst möglich gemacht haben. Beim Amateurspiel FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig 2009 soll es ähnlich gewesen sein.

Doch ob ein Zertifizierungsverfahren hilft? Wie soll das aussehen, wie lange würde der Aufbau des Systems dauern, wer soll das bezahlen? Und würden Vereine aller Spielklassen dann überhaupt noch genug Helfer im Stadion finden?

Viele Profiklubs setzen längst private Sicherheitsdienste ein. Die zertifizieren sich selbst, durch den Wettbewerb mit anderen Firmen. Aber auch ausgebildete Wachmänner haben nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten, können niemanden festhalten oder gar festnehmen. Am Einsatz von Polizisten zu sparen beim Großsteuerzahler Fußball, ist jedenfalls nicht so einfach möglich. Und viele Amateurvereine tun sich schwer genug, überhaupt Personal zu finden, das 90 Minuten ausharrt, mit dem Rücken zum Spiel und dem Gesicht zu brüllenden Fans.

Vielleicht sollten die Minister mal ein Wochenende in einem Fußballstadion in ihrer Nähe als Ordner volontieren, um zu sehen, wie attraktiv der Job ist.

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