Sport : Madrid - Istanbul: Mit doppeltem Nasenbeinbruch weitergespielt

Real Madrids Stürmerstar Luis Figo hat beim Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul (3:0) einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten. Zum Halbfinale gegen den FC Bayern München am 1. Mai wird der Portugiese aber wieder fit sein. Wie Real mitteilte, soll der Weltfußballer des Jahres 2000 am Freitag operiert werden. Dabei sollen die leicht verschobenen Nasenknochen korrigiert werden.

Figo hatte die Verletzung bei einem Zusammenprall mit dem Türken Emre erlitten und trotz des Bruchs bis kurz vor dem Abpfiff weitergespielt. Theoretisch könnte er bereits am Sonntag im Punktspiel bei Real Saragossa wieder eingesetzt werden. Dazu müsste er eine eigens angefertigte Schutzmaske tragen. Real wird aber wahrscheinlich kein Risiko eingehen und den Star für die Spiele gegen den FC Bayern schonen.

"Das wird eine schwere Aufgabe. Schließlich haben wir gegen Bayern in der vergangenen Saison drei der vier Spiele verloren", erklärte Torjäger Raul, der gegen die Türken seine Champions-League-Treffer Nummer sechs und sieben erzielte. Dagegen zeigte sich der brasilianische Vizeweltmeister Roberto Carlos hoch erfreut über die kommende Aufgabe: "Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit meinen brasilianischen Kollegen Giovane Elber und Paulo Sergio. Es ist kein Zufall, dass sich Real und Bayern im Halbfinale begegnen. Schließlich gehören beide Teams zu den besten in Europa."

Auch für die spanische Presse war das Duell mit Galatasaray schnell Vergangenheit. "Jetzt die Bayern, und dann ab nach Mailand", titelte die spanische Sportzeitung "AS", während "Marca" bereits mit einer Neuauflage des Vorjahresfinales spekulierte: "Jetzt können die Bayern kommen, und dann wartet im Endspiel wieder Valencia."

Vor 74 000 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabeu war der insgesamt 19. Einzug in das Halbfinale des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbes im Duell mit dem Uefa-Cup-Sieger durch die beiden Treffer von Raul und einen von Helguera schnell besiegelt. 24 Stunden später wurden in Madrid bereits die Vorverkaufskassen für den Schlager gegen Bayern geöffnet.

Bei den Türken mischte sich unterdessen in die Enttäuschung auch Wut über den schwedischen Unparteiischen Anders Frisk. "Der Schiedsrichter hat sich von der Atmosphäre beeinflussen lassen", sagte Trainer Mircea Lucescu, während Okan monierte: "Der Referee war in den entscheidenden Situationen gegen uns." Damit sprach der Mittelfeldspieler vor allem einen verwehrten Strafstoß im zweiten Durchgang an.

Still und Leise ging durch das Europacup-Aus auch die internationale Karriere des rumänischen Rekordnationalspielers Georghe Haghi vorzeitig zu Ende. Der Mittelfeldstar der Türken beendet am Saisonende seine Laufbahn und erklärte wehmütig: "Schade, ich hätte gern noch einmal im Halbfinale gestanden."

Bedrückte Stimmung herrschte auch in Istanbul: Zeichneten vor 14 Tagen noch Autokorsos und Hupkonzerte das Bild in der türkischen Metropole, so blieb es am Mittwochabend ruhig. Die Galatasaray-Schlachtrufe waren in den heimischen Kneipen schnell verstummt. Aufmunternde Worte fand unterdessen die türkische Zeitung "Milliyet": "Galatasaray, lass den Kopf nicht hängen. Wir haben viele schöne Tage im Europacup erlebt."

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