Sport : Mächtig müde

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Rund um die olympische Flagge ist die Welt schon verändert worden. Da standen bei der Eröffnungsfeier neun Persönlichkeiten, die viel für andere erreicht haben. Daniel Barenboim, Ban Ki Moon oder die Friedensnobelpreisträgerin Leyhmah Gbowee aus Liberia. Das Hereintragen der Flagge von diesen Persönlichkeiten zeigt den Anspruch der Olympischen Spiele als Weltbeweger und auch, wen sie für ihre Idee gewinnen können.

Die Frage ist jedoch, ob das Internationale Olympische Komitee daraus genug macht. Es bleibt oft still, wenn es seine Stimme erheben sollte, gerade zu universellen Fragen wie der Gleichberechtigung. Und es ist zu befürchten, dass es nicht besser wird. Denn im nächsten Jahr wird ein neuer Präsident gewählt. Jacques Rogge verantwortet gerade seine letzten Olympischen Spiele. Dass sie zum dritten Mal im sportbegeisterten und sporthistorisch so bedeutenden London stattfinden, ist wie ein Abschiedsgeschenk für ihn.

Rogge gehört zu den Sportfunktionären, denen noch etwas am olympischen Erbe liegt. Auch diesmal wird er wieder einige Nächte im olympischen Dorf verbringen, um näher bei den Athleten zu sein. Er sei verliebt ins olympische Dorf, hat der Belgier einmal gesagt.

Aber bei der Eröffnungsfeier wirkte er müde. So sehr sich Rogge auch um einige Reformen im IOC bemüht hat, so wenig wird er in diesem Zustand einer Jugendbewegung noch Form geben können. Eines ist er sich und Olympia aber noch schuldig: sich für einen glaubwürdigen Nachfolger stark zu machen.

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