Sport : Männerförderung erwünscht

Benedikt Voigt

Es klingt nach Geschlechterkampf. Die neue Männerförderung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) erntet heftigen Widerspruch. Bei den schnellsten Frauen. Diese hatten in den vergangenen Jahren vom gemeinsamen Training mit den Männern profitiert. Die meisten Männer und einige Frauen aus der zweiten Reihe hatte jedoch diese Konstellation gebremst. Einige hörten aufgrund der Erfolglosigkeit sogar auf mit ihrem Sport. Nun trainieren Frauen und Männer nicht mehr gemeinsam miteinander.

Es ist die richtige Entscheidung. Der Eisschnelllaufverband muss in der ersten Saison nach den Olympischen Winterspielen von Turin nach vorne blicken. Bis Vancouver 2010 oder zu den Winterspielen 2014. Spätestens dort werden Anni Friesinger (29), Daniela Anschütz-Thoms (31) und Claudia Pechstein (34) keine Rolle mehr spielen. Sondern jene Männer und Frauen, die in der Saison 2006/2007 die bestmögliche Förderung erhalten haben. So erklärt sich, warum die besten Athletinnen in dieser Saison nicht mehr im Mittelpunkt des Verbandsinteresses stehen. Allerdings sollte die DESG die prominenten Läuferinnen, die ihr Fernsehzeiten und Sponsorengelder bescheren, auch nicht ignorieren. Dieser Eindruck aber drängt sich auf, weil diese nicht ausreichend in die Entscheidung über die Strukturänderung miteinbezogen waren. Auch der Streit um die Bezahlung von Anni Friesingers neuem Coach Gianni Romme hätte sich durch bessere Kommunikation vermeiden lassen. So ist die Strukturreform gut gedacht. Aber falsch gemacht.

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