• Maikel Aerts: Ehemaliger Hertha-Spieler soll in Manipulationsskandal verstrickt sein

Maikel Aerts : Ehemaliger Hertha-Spieler soll in Manipulationsskandal verstrickt sein

Der holländische Fußballverband hat einen Manipualtionsskandal aufgedeckt. Darin offenbar verwickelt: Ex-Hertha-Torhüter Maikel Aerts.

Maikel Aerts soll in Korruptionsskandal verstrickt sein.
Maikel Aerts soll in Korruptionsskandal verstrickt sein.Foto: null

Der holländische Fußballverband KNVB hat bestätigt, dass 2009 eine Spielmanipulation in der Ehrendivision stattgefunden hat: Die Integritätskommission des KNVB hat dafür nach einem Jahr Untersuchung ausreichende Beweis gefunden. Das Spiel FC Utrecht gegen Willem II vom 9. August 2009 wurde laut des holländischen Fußballverbandes definitiv manipuliert. Zudem scheint es wahrscheinlich, dass ein Benefizspiel zwischen Willem II und der Nationalmannschaft von Sierra Leone manipuliert worden ist. Seit Januar 2015 untersucht der KNVB den Fall, der Verband bestätigte nun, dass Ibrahim Kargbo, Mittelfeldspieler aus Sierra Leone, die Schlüsselperson des Skandals sein soll. Kargbo musste dafür sorgen, dass ein bestimmtes Ergebnis erzielt wird, wodurch eine asiatische Bande große Beträge erzielen konnte.

Der Spielmanipulator ist laut der holländischen Zeitung „de Volkskrant“ Wilson Raj Perumal, der weltweit hunderte Spiele verschoben hat und dafür mehrmals verurteilt wurde. Perumal und Kargbo hatten jahrelang Mailkontakt. Demnach haben sie sich darin häufig über die Möglichkeit ausgelassen, Spiele zu manipulieren. Dies betraf nicht nur Willem II, sondern auch Spiele der Nationalmannschaft von Sierra Leone und anderer Klubs, für die Kargbo gespielt hat. Perumal erklärte, dass er nichts mit der Manipulation des Benefizspiels von Willem II zu tun habe. Auch Kargbo bestritt die Vorwürfe. Für die Manipulation des Spiels gegen Utrecht verlangte Kargbo demnach 200.000 Euro von Perumal. Der aber wollte nur 75.000 bezahlen, für Kargbo und zwei Mitspieler, die ebenfalls an der Manipulation beteiligt waren.

"Captain" Aerts soll dem Plan zugestimmt haben

Ende Juli 2009 informierte Kargbo Perumal, dass der „Captain“ dem Plan zugestimmt habe, genauso ein dritter unbekannter Spieler. Kargbo meinte laut KNVB „sehr wahrscheinlich Torhüter Maikel Aerts“, der zur jener Zeit Kapitän von Willem II war. Der Torhüter wechselte 2010 von Willem II zu Hertha BSC, bestritt 24 Zweitligaspiele für den Klub und stieg 2011 mit den Berlinern in die Bundesliga auf. Die Integritätskommission bestätigte die Vedachtsmomente gegen Aerts, gab aber an,  noch keine ausreichende Beweise gegen den ehemaligen Hertha-Spieler zu haben. Gegenüber der „de Volkskrant“ bestritt Aerts jede Beteiligung.

Das manipulierte Spiel lief allerdings nicht nach Plan, weil Utrecht viele Chancen ungenutzt ließ. Willem II verlor zwar, aber nicht mit der richtigen Tordifferenz von mindestens zwei Treffern. Das Wettsyndikat ging daher leer aus. Nach Recherchen der „de Volkskrant“ sollen auch die Spiele Ajax Amsterdam gegen Willem II und Feyenoord gegen Willem II, beide ebenfalls im Jahr 2009, durch das asiatische Wettsyndikat manipuliert worden sein. Der KNVB konnte dies allerdings nicht beweisen, da diese Spiele in Kargbos Mails nicht erwähnt wurden. Kargbo kann durch den KNVB nicht gesperrt werden, da er inzwischen nicht mehr in Holland spielt. Zuletzt kam er Ende 2015 für den englischen Klub Thamesmead Town FC zum Einsatz. (Tsp)

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