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Mainz 05 - Hamburger SV 3:2 : Hamburger SV rettet sich in Relegation

Bundesliga-Dino Hamburger SV darf trotz Niederlage beim FSV Mainz 05 auf den Verbleib im Fußball-Oberhaus hoffen. Dank der Niederlagen der Rivalen aus Nürnberg und Braunschweig beendete der HSV die Saison auf dem 16. Tabellenplatz.

Hartmut Scherzer
Hoffnungsschimmer für den HSV: Lasogga (r.) und Van der Vaart bejubeln das 1:1 in Mainz.
Hoffnungsschimmer für den HSV: Lasogga (r.) und Van der Vaart bejubeln das 1:1 in Mainz.Foto: afp

Röchelnd hat der letzte Dinosaurier auch die 51.Saison der Bundesliga überlebt. Vorerst. In den beiden Relegationsspielen des Hamburger SV gegen die SpVgg Greuther Fürth oder den SC Paderborn wird sich am 15. und 18.Mai herausstellen, ob die Spezies ausstirbt. Mit der 2:3-Niederlage beim FSV Mainz 05, der fünften in Folge, der neunten auswärts in Serie, verteidigte der HSV, so kurios das auch klingt, den 16.Tabellenplatz, da gleichzeitig Nürnberg und Braunschweig ebenfalls verloren und folglich absteigen müssen.

Die berühmte Bundesliga-Uhr im Hamburger Stadion kann also vorerst weiterticken. Während sich die Hamburger nun an das Prinzip Hoffnung klammern, gaben sich die Rheinhessen voll ausgelassener Freude der Behauptung des Tabellenplatzes gegenüber dem FC Augsburg hin: Rang sieben, Europa League. Offen lässt Trainer Thomas Tuchel bis heute, Sonntag, auf einer Pressekonferenz die Bekanntgabe der Entscheidung, über seine Zukunft, ob die weiterhin in Mainz liegt. Am Samstag wollte Tuchel, biergeduscht, allein den Triumph genießen, den Elkin Soto (7.), Yunus Mali (65.) nach einer Musterkombination und Shinji Okazaki (82.) nach einem Slalomsolo durch die Hamburger Abwehr ermöglichten. Bei Gegentreffern von Pierre-Michel Lasogga (12.) und Ivo Ilicevic (84.).

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Slomka: "Jetzt zwei Finalspiele"

Tuchel war hochzufrieden. Seine Spieler seien anfangs sehr nervös gewesen gegen einen starken HSV. "Aber sie haben sich in der zweiten Halbzeit reingefuchst in dieses Spiel. Ich bin sehr glücklich und sehr stolz auf diese Mannschaft und diesen Wahnsinnsabschluss." Nun ist es über Rheinhessen hinaus kein Heuler, dass Mainz in der nächst Saison europäisch spielt. Vielmehr verfolgt die ganze Republik voller Spannung, ob der ruhmreiche Klub eines Uwe Seeler und dreier deutschen Meisterschaften in der Bundesliga in der kommenden Saison noch erstklassig mitspielt.

"Unser Ziel sind jetzt zwei Finalspiele", blickt Trainer Mirko Slomka unbeirrt nach vorne und dürfte sich nicht nur gefragt haben: "Warum sind wir wieder nicht für unseren Aufwand belohnt worden?" Wäre seine Mannschaft nur öfter mit diesem Pressing, dieser Dynamik, dieser Aggressivität, dieser Lauf- und Zweikampf-Leidenschaft aufgetreten , sie könnte jetzt frohgelaunt in Urlaub reisen. Nach der Pause sei seine Mannschaft nicht mehr "so beherzt" aufgetreten. Die Rückstände von Nürnberg und Braunschweig hatten sich herumgesprochen.

Lasogga als Belebung

Davor seien es "die besten 45 Minuten der ganzen Saison" gewesen, stellte Lasogga fest. Natürlich hätte ein durchaus verdienter Punkt der Moral dem Nachsitzen gegen den Zweitligisten gut getan. "Trotz der Niederlage sind wir erleichtert. Sie ist ja nebensächlich.", sagte Lasogga. Die Chance ging ja nicht verloren. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele. Die wollen wir gewinnen und damit die Klasse erhalten."
Einen psychologischen Pluspunkt aber nehmen Slomka und Co dennoch aus Mainz mit. Dieses Comeback von Lasogga nach fünf Wochen Verletzungspause.

Allein die ganze Wucht seiner Präsenz im und am Strafraum schien die Mainzer zu irritieren und das Selbstbewusstsein der Hamburger zu stärken. Lasogga strahlte positive Energie aus und setzte Kräfte wie ein Magier frei. Rafael van der Vaart blühte an seiner Seite auf. Den scharfen Schuss des Holländers konnte Torwart Loris Karius nur abwehren. Und wer war für den Abstauber und den Ausgleich zur Stelle? Natürlich Lasogga, der nach vorheriger Absprache, auch mit dem Münchner Arzt Müller-Wohlfahrt, nach einer Stunde ausgewechselt wurde.

Es scheint, als hänge das Wohl und Weh der Hamburger vom Berliner Leihstürmer ab, der es in 19 Spielen auf zwölf Treffer gebracht hat. Obwohl er nur vier Rückrundenspiele über die volle Distanz durchstand. Zweimal schied er mit Muskelfaserriss im Oberschenkel vorzeitig aus. In Mainz gab er bereits sein drittes Comeback in diesem Jahr - und gleich wieder mit einem Tor. "Keine Schmerzen, alles gut bei mir", teilte Lasogga mit. Das war die wichtigste Hamburger Botschaft in Mainz.

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