Mainz - Bayern 0:3 : Müller durchkreuzt Mainzer Matchplan

Der FC Bayern gewinnt trotz anfänglicher Mühe 3:0 gegen Mainz und baut die Tabellenführung weiter aus. Die Gastgeber hielten eine Halbzeit lang gut dagegen, verloren nach dem Führungstreffer von Thomas Müller jedoch den Mut.

Neeeiiiiin! Der Mainzer Schlussmann Christian Wetklo versucht alles, doch er kann den Führungstreffer von Thomas Müller (rechts) nicht mehr verhindern.
Neeeiiiiin! Der Mainzer Schlussmann Christian Wetklo versucht alles, doch er kann den Führungstreffer von Thomas Müller (rechts)...Foto: dpa

Was hatten sie sich vor dem Spiel den Bauch gepinselt. Jupp Heynckes sehe in Thomas Tuchel einen potentiellen Kandidaten für den Job in München, sagte der Bayern-Trainer. Und sein Mainzer Pendant attestierte im Gegenzug der Gästemannschaft die Spielstärke eines FC Barcelona. Ein wahres Gipfeltreffen also. Doch was wollte Tuchel seiner Mannschaft gegen diesen blendend aufgelegten Rekordmeister eigentlich mit auf den Weg geben? Womöglich einen Matchplan?

Dieser sah am Samstagnachmittag wohl aber nur in der ersten Halbzeit eine leidenschaftliche Gegenwehr vor. Denn nach dem Führungstreffer von Thomas Müller in der 41. Minute verloren die Mainzer vollkommen den Mut und nach zwei weiteren Gegentreffern von Mario Mandzukic auch das Spiel mit 0:3 (0:1). Der FC Bayern baute seinen Vorsprung nach dem weiteren Meilenstein auf dem Weg zum Titelgewinn zumindest über Nacht auf sagenhafte 14 Punkte aus.

Die fünftplatzierten Mainzer blockierten von Beginn an das Aufbauspiel des enteilten Tabellenführers. Und durch dieses ewige Verschieben der Abwehrreihen war es den Münchnern in den ersten Spielminuten dann auch kaum möglich, einen seriösen Angriff zu initiieren. Immer wieder mussten die gestalterischen Kräfte der Bayern ihre Ideen verwerfen, ein Toni Kroos fand keine Anspielstationen, Franck Ribéry dribbelte sich auf der linken Seite immer wieder fest, Thomas Müller fand auf rechts gar keinen Zugriff.

Und so entwickelte sich ein Spiel jenseits der Mittellinie, das die Torhüter auf beiden Seiten kaum mit einbezog. Erst in der 17. Minute kam Mainz zuMüller durchkreuzt einer ersten kleinen Möglichkeit. Doch die Kopfballverlängerung des künftigen Bayern-Spielers Jan Kirchhoff nach einem Eckball fand in der Mitte keinen Abnehmer. Der treffsicherste Mainzer saß mit Adam Szalai ja auch gelbgesperrt auf der Tribüne.

Die Bayern machten keinen kopflosen Eindruck, aber einen ratlosen. Selbst die wenigen Standardsituationen aus dem Halbfeld sorgten nie für Gefahr. Und auf der prominent besetzten Ersatzbank der Münchner freuten sich Arjen Robben oder Mario Gomez vielleicht auf einen baldigen Einsatz. Doch zu früh gefreut.

Der 20. Spieltag in Bildern
Hoffnungsträger ohne Shirt: Der Fürther Angreifer Nikola Djurdjic wurde aufgrund der fehlenden Qualität im Angriff bereits bei seiner Verpflichtung im Winter zum Hoffnungsträger des Tabellenletzten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 14Foto: rtr
02.02.2013 20:57Hoffnungsträger ohne Shirt: Der Fürther Angreifer Nikola Djurdjic wurde aufgrund der fehlenden Qualität im Angriff bereits bei...

Nach einem Abschlag von Nationaltorhüter Manuel Neuer ging es in der 41. Minute blitzschnell. Kroos steckte den Ball geistesgegenwärtig in den Lauf des gestarteten Müllers, der auf und davon sprintete und am Mainzer Schlussmann Christian Wetklo vorbeizog – 1:0.

In der Pause schien Thomas Tuchel all seine Pläne über den Haufen geworfen zu haben. Seine Mannschaft beging in den ersten Minuten nun all die Fehler, die sie in Durchgang eins so beherzt zu vermeiden wusste. Die Gäste kamen ins Spielen. Und wenn David Alaba nach 50 Minuten den Ball zu Ribéry passen, dieser wiederum zu Kroos passen und der dann frei zur Grundlinie durchlaufen darf – dann wartet eben ein bis dahin vollkommen abgemeldeter Mario Mandzukic im Fünfmeterraum und schiebt erbarmungslos ein. Sieben Minuten später dann folgerichtig das 3:0. Thomas Müller schickte Philipp Lahm ohne vorherigen Blickkontakt bis auf die Grundlinie, und auf die butterweiche Flanke des Kapitäns wartete in der Mitte erbarmungslos – die Stirn von Mandzukic.

Mainz hätte sein Spielsystem spätestens jetzt umstellen müssen. Doch um von blockieren auf agieren umzuschalten, fehlte den Gastgebern vor 34.000 Zuschauern die Kraft und das nötige Personal, um die Mannschaft von Jupp Heynckes doch noch einmal vor Probleme zu stellen. So beließen es die Gäste bei der Drei-Tore-Führung und stellten ihre Offensivbemühungen weitestgehend ein. (TSP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar