Mainz - Dortmund 1:0 : Jürgen Klopps Heimreise ohne Happy End

Trainer Jürgen Klopp verliert mit Champions-League-Anwärter Borussia Dortmund 0:1 bei seinem früheren Verein FSV Mainz 05.

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Gerannt, aber nicht getroffen. Der BVB mit Blaszczykowski (l.) blieb torlos.Foto: dpa

Feuer, Wille, Disziplin, Klasse – das alles bescheinigte Jürgen Klopp seiner Mannschaft nach der 0:1-Niederlage in Mainz. Nur die Ruhe nicht, „die hat gefehlt“. Über Torchancen, respektive Aktionen, die dazu führen sollten, hätte der Dortmunder Cheftrainer nach dem Spiel ebenfalls gern gesprochen. Doch da fiel dem ansonsten wortgewaltigen 42-Jährigen kaum etwas ein. In dieser Hinsicht gab es nämlich nichts, was der Rede wert gewesen wäre; die zwei Schüsse von Lucas Barrios und der Kopfball von Patrick Owomoyela einmal ausgenommen. Drei gute Aktionen, dreimal Gefahr vor dem Mainzer Tor.

Das war zu wenig an diesem Nachmittag, um etwas Zählbares mitzunehmen bei der emotionalen Rückkehr Klopps nach Mainz. Hier hatte er von 1990 bis Mai 2008 Kultstatus erlangt. Zunächst als Spieler, dann als Trainer. Seinen Spielern war das herzlich egal. Sie ärgerten sich über ihre eigene Passivität. „Wir haben 30, 40 Meter vor dem Tor ein bisschen Handball gespielt“, sagte der Dortmunder Verteidiger Mats Hummels. Weil die Mainzer Abwehr kein Durchkommen gestattete. „Die haben nicht nur außen sondern auch die Mitte dichtgemacht“, klagte Hummels.

Das Projekt europäischer Fußball dürfte Borussia Dortmund kaum mehr zu nehmen sein, auch wenn es in Mainz nach zuvor 13 Punkten aus fünf Partien die erste Niederlage gab. Doch wohin soll die Reise gehen in der Saison 2010/2011? „Die Champions League wäre uns natürlich lieber“, sagte Neven Subotic.

Die Leistung gegen die heimstarken Mainzer als alleinige Bewertungsgrundlage genommen, dürfte es schwer werden, höhere Ansprüche als die Europa League umzusetzen. „Wir hätten hier auf keinen Fall mit einer Niederlage vom Platz gehen müssen“, fand Hummels dennoch. Dass es anders kam und Mainz 05 den neunten Heimsieg feiern durfte, lag an Adam Szalai. In der Winterpause war der 22-jährige von Real Madrid ausgeliehen worden, dort hatte er in der zweiten Mannschaft gespielt. Im zwölften Saisonspiel schoss der Stürmer aus Ungarn endlich sein lang erwartetes erstes Tor für Mainz 05 und sprach anschließend von „einem super Gefühl“.

Das hatte der Mainzer Coach Thomas Tuchel keineswegs. Im Gegenteil. Der 36-jährige sagte: „Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen.“ Tuchel war mit dem taktischen Verhalten seines Teams nicht einverstanden. So gab es am Ende zwei Trainer: Einer hat gewonnen, einer verloren. Zufrieden war keiner.

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